Archiv für das Tag 'Seminare'

Mrz 08 2010

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Vom Jungjäger zum Jagdpächter

Der Gesetzgeber hat nicht ohne Grund vorgeschrieben, dass der Jäger erst nach Ablauf einer  dreijährigen Jungjägerzeit jagdpachtfähig ist:

Möchte man gerne ein Revier pachten, bedarf es nicht nur der praktischen Jagderfahrung, sondern auch zahlreicher zusätzlicher Kenntnisse. Weder das eine, noch das andere kann im Rahmen des Jägerlehrgangs bis zur Jägerprüfung im erforderlichen Umfang vermittelt werden.

Wie allerdings der Jungjäger die Zeit zwischen Jägerprüfung und Jagdpachtfähigkeit ausfüllt, um Jagderfahrung und erforderliche Kenntnisse zu erwerben, ist dem Gesetz nicht zu entnehmen:

Begehungsschein oder Pirschbezirk, das regelmäßige Begleiten erfahrener Jäger sind als Zwischenlösung denkbar. Zweckdienliche Informationen über die Aufgaben eines Jagdpächters lassen sich in den einschlägigen Fachzeitschriften zusammensuchen.

Aber welche Kenntnisse sind denn erforderlich und wichtig?  Das Institution des „Lehrprinzen” ist nicht mehr allerorts gegeben. Die Bedürfnisse von Jagdpächter und dem Jungjäger als Begehungsscheininhaber können deutlich voneinander abweichen. Selten sind beide Seiten sensibilisiert: Der eine weiß eigentlich nicht genau, was er braucht; der andere nicht, was und welche Erfahrung er weitergeben kann.

Es ist Glücksache, ob der Jungjäger bis zur Pachtfähigkeit relevante und notwendige Kenntnisse und erforderliche Jagderfahrung sammeln kann.

Der Jagdverein „Lehrprinz e.V.” und das „Insitut für Jagd, Umwelt und Naturschutz” (JUN.I) bieten im Jagdjahr 2010/2011 erstmals und einzigartig ein Jungjägerpaket an, das sich daran orientiert, was man zusätzlich als zukünftiger Jagdpächter wissen und können sollte, will und/oder muss.

Jagdgelegenheit, Anleitung, Fortbildung, Gesellschaftsjagden

Jagdgelegenheit:

Das Institut für Jagd Umwelt und Naturschutz (JUNI.I) hat seinen Sitz inmitten des Jagdreviers Liepe in Brandenburg, ca. 60 km nordöstlich von Berlin.

Das fast 1.000 ha große Revier dient dem Jagdverein Lehrprinz e.V. als Lehrrevier und grenzt direkt an die ausgedehnten Wälder des Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin. Damit liegt es in einem jagdlich einzigartigen Gebiet Deutschlands.

Rotwild, Rehwild, Schwarzwild, sonstiges Niederwild, insbesondere Enten und Gänse sind ständige Bewohner des Reviers Liepe.

Das Naturschutzgebiet Niederoderbruch, in dem das Lehrrevier liegt, hat darüber hinaus eine einmalige Flora und Fauna zu bieten. Man kann dort zahlreiche Tiere - etwa den Biber, Kranich, Fischotter und Seeadler - beobachten, die woanders kaum oder gar nicht mehr in freier Wildbahn vorkommen. Schwer passierbare Wege sorgen dafür, dass das Revier so gut wie nicht von Erholungssuchenden frequentiert wird. Die Jagd kann den ganzen Tag über ungestört ausgeübt werden.

Im Lehrrevier wird die Intervalljagd ausgeübt, das heißt: Es wird nur in der bewegungsaktiven Zeit des Wildes gejagt.

Die Jagdintervalle sind:

1.5. bis 31.5. (4 Wochen, Bockjagd)

20.7. bis 10.8. (3 Wochen, Blattzeit)

1.10. bis 15.1. (3 ½ Monate)

Zwischen den Intervallen ruht die Jagd.

Anleitung:

Die Reviere in der Schorfheide sind für ihren Wildreichtum bekannt, sodass es jedem Jungjäger ermöglicht werden kann und möglich sein sollte, 15-20 Stück Schalenwild in

3 Jahren zu erlegen. Dadurch erhält der Jungjäger die notwendige Routine, die er für ein sicheres Ansprechen und Erlegen benötigt. Vor allem in der Anfangszeit kann sich der Jungjäger von einem erfahrenen Jäger begleiten lassen. Diese sind erfahren und sensibilisiert auf die Bedürfnisse des Jungjägers.

Gesellschaftsjagden:

In den Herbst- und Wintermonaten finden zahlreiche Drückjagden statt. Hier können Jungjäger miterleben, wie Drück- und sonstige Gesellschaftsjagden organisiert werden und wie diese durchzuführen sind. Die notwendige Erfahrung und die besondere Fertigkeit, die bei Bewegungsjagden dem Schützen abverlangt werden, kann durch die Teilnahme erworben werden.

Für den Spätherbst ist eine große Hubertusjagd geplant.

Die Flinte:

Im Laser-Schießkino kann außerdem die Fertigkeit mit der Flinte weiter trainiert werden. Vor allem Enten und Füchse lassen das Flintenschießen in der Praxis zum Einsatz kommen.

Fortbildung:

Neben der Gelegenheit zur praktischen Jagdausübung werden fortlaufend Seminare durch das Instituts für Jagd Umwelt und Naturschutz (JUN.I) angeboten. Diese sind darauf ausgerichtet, die praktische Jagdausübung mit den zusätzlichen Kenntnissen über häufige Probleme zu ergänzen, mit denen Jagdpächter regelmäßig konfrontiert werden.

Diese Seminare befassen sich insbesondere mit nachfolgenden Themen:

Der Jagdpächter und das Jagdrecht

Jagdgenossenschaften

Jagdpachtverträge

Begehungsscheinverträge

Abschusspläne

Wildschadensmanagement

Jagdpachtkosten und modernes Jagdmanagement

Jagdpacht

Jagdbetriebskosten

Begehungsscheine

Wildbretvermarktung

Gesellschaftsjagden

Wildvermarktung

EU Hygieneverordnung

nationales Gewerberecht und Wildbretvermarktung

Wildbretverarbeitung

Zerwirken und Lagern

verschiedene Kochkurse

Alle Seminare finden in der Zeit statt, in der auch die praktische Jagdausbildung erfolgt.

Die Kooperation des Jagdvereins Lehrprinz e.V. und des Instituts für Jagd, Umwelt und Naturschutz (JUN.I) verfolgt das Ziel, einem zukünftigen Jagdpächter in der 3-jährigen Jungjägerzeit nicht nur eine Jagdmöglichkeit und eine Einführung in die praktische Jagdausübung  zu bieten, sondern diese vor allem auch um eine Fortbildung zu ergänzen, die den Jungjäger auf die Jagdpacht vorzubereiten .

Interessierte Jungjäger sind herzlich eingeladen, das Revier, die Revierverhältnisse, Ausbilder und Mitstreiter sowie sonstige räumlicher Verhältnisse kennenzulernen. Vorgesehen hierfür ist ein Tag Ende Mai/ Anfang Juni 2010, der in Kürze auf www.lehrprinz.eu bekanntgegeben wird. Das anstehende Jägersilvester bietet ebenfalls erste Kontaktmöglichkeit.

In der Blattzeit finden zudem zwei Schnupperwochenenden mit Einführungsseminaren und erster begleiteter Jagdgelegenheit statt.

Kontaktaufnahme über:

Jagdverein Lehrprinz e.V.

Herrn Stefan Fügner Mobil 0178 6141856 Festnetz: 033458 64247 oder per e-mail an jagdblog@gmail.com

oder

Institut für Jagd, Umwelt und Naturschutz (JUN.I)

Herrn Dr. jur. Wolfgang Lipps, institut@jagdrechtsblog.com

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Jun 22 2009

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Stefan

Seminarblock:Bockjagd zur Rehbrunft

Die Rehbrunft ist für den Rehwildjäger  zweifelsfrei der Höhepunkt im Jahr.

Das Nierderoderbruch mit seinen ausgedehnten Schilfdickungen und Wiesenflächen ist ein geradezu ideales Revier, um die Blattzeit zu erleben. Das übersichtliche, aber ruhige Rehwildrevier im Niederoderbruch verspricht spannende und ereignisreiche Bockjagderlebnisse.

Von Montag, 20.7.2009 bis Sonntag, 9.8.2009 wird im Rahmen der Intervalljagd die Bockjagd anläßlich der Blattzeit im Lehrrevier ausgeübt.

Weitere Informationen zu dem Konzept des Seminarangebots sind hier zu finden.

Sollten Jungjäger an einem Gruppenseminar (bis 4 Personen) Interesse haben, können wir eine preiswerte Pauschalbuchung anbieten.

Zu weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an:

Stefan Fügner
Am Bahnhof 3, 16259 Falkenberg (Mark)
Tel. 033458/64247 oder 0178/6141856

jagdblog@gmail.com
Auch eine vorhergehende Revierbesichtigung ist möglich.

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Jun 09 2009

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Stefan

Jagdhundeseminar für Nichtjäger und Erstlingsführer von Jagdhunden

Das Problem:

Viele Hundehalter führen Jagdhunde, ohne selbst Jäger zu sein. Auch zeigen viele Hunde, ohne als Jagdhundrasse erkennbar zu sein, einen starken Jagdtrieb. Jagdhunde und Jagdhundemischlinge sind von ihrer Herkunft Hochleistungshunde und benötigen deshalb eine dementsprechende Ausbildung und Beschäftigung.

Mit der Ausbildung solcher Hunde sind viele herkömmliche Hundeschulen nicht vertraut, ist doch die Jagdhundeausbildung mit der Ausbildung in der Hundeschule nicht vergleichbar. Viele Jagdhunde sind zudem in Hundeschulen nicht ausgelastet.

Hundeführer:
Das Seminar wendet sich an Nichtjäger, die Probleme bei der Erziehung ihres Jagdhundes oder Jagdhundmischlings haben und eine spezielle Hilfe beim Umgang und der Ausbildung eines Jagdhundes wünschen, sowie Jungjäger, die erstmalig einen Jagdhund führen und im aktiven Jagdbetrieb einsetzen wollen.

Das Seminar soll dem Seminarteilnehmer Hilfestellungen geben, später mit dem Hund selbst zu arbeiten. Im Seminar verliert der Hundeführer die Angst, bei der Ausbildung etwas falsch zu machen und erlernt die Kniffe und Tricks, die zur Erlernung des “Handwerks Jagdhundeausbildung” notwendig sind.

Der Seminarteilnehmer lernt, dass Konsequenz nichts mit Schmerz und Strafe zu tun hat, sondern absolut notwendig ist, um aus dem noch unerzogenen  Jagdhund einen führigen und vor allem verlässlichen Begleiter und Partner  zu machen.

Seminardauer: 1 Tag

Seminarablauf:

Vormittags:

Im ersten Teil des Seminars wird dem Hundeführer gezeigt, wie der Grundgehorsam bei einem Jagdhund eingearbeitet wird. Es wird erklärt, was der Jagdhundeausbilder unter dem Begriff  “Stubendressur” und “Durcharbeiten” versteht und warum der absolute Gehorsam für alle weiteren Übungen unumgänglich ist.

Durch den Wechsel von Phasen des Arbeitens und des Ruhens wird gezeigt, wie der Hund schnell beginnnt, sich völlig auf den Führer zu konzentrieren. Es wird gezeigt, welche Mittel man einsetzt, um den Hund zur Ruhe zu bringen, damit er sich auf das Arbeiten mit dem Hundeführer konzentriert.

Insbesondere das korrekte Einarbeiten des “Fußgehens”, die Leinenführigkeit, das Aufbauen des Dauerkontaktes zum Führer und das Ablegen des Hundes auf Distanz als Einstieg in weitere Arbeitsgebiete des Hundes werden gezeigt.  Hunde reagieren sehr unterschiedlich, wenn die Ablenkung gesteigert wird. Wieviele Schritte von der Stubendressur (ohne Ablenkung)  bis zum Gehorsam in Streßsituation (starke Ablenkung) notwendig sind, wird aufgezeigt.

nachmittags:

Am Nachmittag wird der richtige Umgang mit Feldleine (Schleppleine), Dummy und Apportierbock, sowie die Arbeit mit der Reizangel vorgestellt. Noch immer wird der Umgang mit den obigen Hilfsmitteln oft unsachgemäß und für die Erziehung des Hundes daher schädlich angewandt, was spätere Korrekturen notwendig macht.

Teilnehmer: 1 Person mit Begleitung

Die Erfahrung hat gezeigt, dass ein solches Seminar nur als Einzelseminar sinnvoll ist.  Die notwendigen Kniffe und Tricks beizubringen, die zudem auf jeden Hund individuell abgestimmt werden müssen, machen eine individuelle Betreuung einer Einzelperson mit dem eigenen Hund notwendig.

Ort des Seminars:

Das Seminar findet im Lehrrevier des Jagdvereins Lehrprinz e.V. in 16248 Liepe/Brandenburg statt. Das Lehrrevier befindet sich ca. 60 km nordöstlich von Berlin und ist über die A 11 Abfahrt Finowfurt/ Eberswalde zu erreichen.

Unterbringung:

Für von weither Anreisende kann ein Zimmer in einer am Ort preiswerten Pension gebucht werden. (25 Euro)  Für Seminarteilnehmer aus dem Raum Berlin ist das Lehrrevier in ca. 1 1/2 Stunden von Berlin zu erreichen.

Preis:

140,00 Euro

Veranstalter:

Jagdverein Lehrprinz e.V.  Lehrrevier Brandenburg

Am Bahnhof 3    16259  Falkenberg/Mark

Tel.:033458/ 64247  Mobil 0178/6141856

email: jagdblog@gmail.com

Seminarleitung:

Stefan Fügner

Anmeldung:

Zur Anmeldung zwecks Terminabspache wenden Sie sich bitte an obige Vereinsadresse.

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Jun 16 2008

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Stefan

Zweites Jungjäger-Seminar: Zur Blattzeit nach Bayern

Abgelegt unter Seminarankündigung

Vom 30.7.2008 bis 3.8.2008
in Bayern / Mittelfranken

Ihre erste Blattzeit - Ihr erster Rehbock

Ansitzen - Pirschen - Ansprechen - Erlegen – Versorgen

Die Blattzeit gehört zur wichtigsten Zeit des Rehwildjägers.

Wenn ab Juli die Böcke zu treiben beginnen, ist dies die bewegungsaktive Zeit im Rehwildrevier.

Zum Monatswechsel Juli/August erreicht die Blattzeit gewöhnlich ihren Höhepunkt. Das ist der beste Zeitpunkt für die Bockjagd.

Der Jagdverein Lehrprinz e. V. bietet deshalb genau zu dieser Zeit das 2. Jungjägerseminar an.

Wo?

In einem sehr ruhig gelegenen, reinen Rehwildrevier in Mittelfranken / Bayern.

Wie lange?

Fünf (5) Tage lang wird auf den Bock gejagt.

Den Jungjägern wird die Jagd am Morgenansitz und am Abend geboten.
Auch in den Mittagsstunden sind die treibenden Böcke in der Regel unterwegs. Deshalb wird auch tagsüber auf den Bock gepirscht.

Was?

Freigegeben sind alle Böcke aller Altersklassen. Jeder soll zu Schuss kommen.

Wer?

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, um sich den einzelnen Jungjägern intensiv widmen zu können.

Die Teilnahme an Veranstaltungen ist exklusiv für Mitglieder.
Wer noch nicht Mitglied im Lehrprinz e. V. ist, erwirbt mit der Buchung des Seminars für das laufende Jahr die Mitgliedschaft.

Die Mitgliedschaft erlischt mit Ablauf des laufenden Jahres. Es gibt keine automatische Verlängerung. Die Mitgliedschaft wird durch Zahlung des nächsten Jahresbeitrags verlängert.

Ihre Lehrprinzen:

Hans Webersberger

• führt zwei Niederwildreviere mit insgesamt 1249 ha Fläche
• Treib-/Stöberjagden
• 609 ha davon sind Wald
• bejagt werden Rehwild, Hasen, Enten
• er führt einen KLM, einen Drever, eine Dachsbracke

Stefan Fügner

• 32. Jahres-Jagdschein
• 9 Jahre eigene Reviere
• 30 Jahre Hundeführer
• Treib-/Stöberjagden
• Korrektur verhaltens-auffälliger Jagdhunde
• Jagd-Publizist

Die Unterbringung erfolgt in einem Landgasthof mit Frühstück und Abendessen, das vor dem Abendansitz eingenommen wird.

Zusatzprogramm:

Auch diesmal werden wir bei Bedarf tagsüber mit Ihrem Hund arbeiten.
Im Mittelpunkt steht die Schweißarbeit.
Der Lehrprinz wird für jeden Hund eine Fährte mittels Fährtenschuh ausarbeiten und die Hundeführer in der Arbeit auf der Wundfährte unterrichten.

Zudem besteht die Möglichkeit, den Hund an einem im Revier befindlichen Gewässer bei der Arbeit am Wasser zu trainieren.

Die Seminargebühr beträgt 610,00 Euro,
für Hundearbeit zusätzlich 110 Euro.

Im Seminar enthalten sind:

- Gemeinsame Unterbringung mit Frühstück und Abendessen
- Abschuss eines Rehbocks (inkl. Trophäe),
- Betreuung während der Jagdausübung und
- Leihe von Jagdausrüstung bei Bedarf.

Nicht enthalten sind die Anreisekosten und das Wildbret.

Fehlabschüsse werden gesondert vergütet.

Fragen und Reservierungen bitte an:

Lehrprinz e. V.
Darmstädter Str. 101
68647 Biblis
Telefon: 0178 – 614 1856
Telefax: 06245 – 901 339
info [at] Lehrprinz.org

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Mai 20 2008

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Stefan

Das Jungjägerseminar aus Sicht eines Teilnehmers

Abgelegt unter Seminarberichte

Als sich die ersten Teilnehmer zum Jungjägerseminar des Jagdvereins Lehrprinz e.V. anmeldeten, war es nicht nur Vorfreude auf einige Jagdtage. Ein wenig Lampenfiber hatte ich schon, als ich nach Usedom aufbrach und mir die Leitung des ersten Jungjägerseminars bevorstand.

Doch die Eindrücke dieses Seminars lassen sich am Besten von einem Teilnehmer selbst schildern.

Hier der erste Bericht über das Jungjägerseminar auf Usedom von Uwe Paschedag

Jungjägerseminar auf Usedom vom 14.5-18.5.2008

Als Jungjäger eine erste Jagdmöglichkeit zu finden, ist nicht einfach. Insbesondere dann nicht, wenn man ursprünglich aus der Stadt kommt und keine Personen mit jagdlichem Bezug in der Familie oder im Freundeskreis hat und wenn die Kriegskasse nicht prall gefüllt ist, um sich mal eben für ein paar Tausend Euro einen Begehungsschein zu kaufen.

Dies war die ernüchternde Erfahrung, nachdem ich im Mai 2007 die Jägerprüfung bestanden hatte und erwartungs- und hoffnungsvoll in den örtlichen Hegering eingetreten war. Und aus den wenigen Hoffnungsschimmern, die sich im Laufe der nächsten Monate ergaben, wurde leider nichts. Zum Jahresende gab es dann aber doch eine Einladung zu einer Drückjagd in einem kleinen Waldrevier, die zwar für alle erfolglos verlief, mir aber erstmals Gelegenheit bot, meinen schönen alten Drilling auszuführen. Außerdem durfte ich danach noch ein paar mal alleine in dem Revier ansitzen. Viel Wild erschien dabei nicht auf der Bühne, doch die 2 oder 3 Stücke Rehwild, die ich insgesamt bei den rund 10 Ansitzen sah, reichten aus, mir zu zeigen, wie schwierig es ist, Wild in der Praxis anzusprechen um innerhalb von Sekunden zu einer zweifellos richtigen Entscheidung zu kommen. Ebenso das Aufbrechen und Versorgen von erlegtem Wild hatte ich zwar im Rahmen der Vorbereitung auf die Jägerprüfung in der Theorie gelernt, dies praktisch umzusetzen ist aber etwas ganz anderes. Im Februar dann mit dem Hegering zu einer Taubenjagd – das war’s soweit erst mal. Und mit dem Wissen um mein Unwissen einen Jagdurlaub oder ein Jagdwochenende zu buchen, wäre mir viel zu peinlich gewesen. Mir wurde also klar, dass ich ohne praktische Anleitung, wie es normalerweise üblich sein sollte, nicht weiter kommen würde.

Und dann fand ich im Jagdblog im März den Hinweis auf die Gründung des Vereins Lehrprinz e.V. und das Jungjägerseminar. Das kam wie gerufen – denn es versprach die Lösung meines Problems. Der Lehrprinz e.V. hatte offenbar genau diesen Missstand erkannt und wirkt dem durch seine Zielsetzung und das Programm entgegen.

Also schnell Kontakt zum Vorsitzenden Stefan Fügner aufgenommen und das erstmals stattfindende 5-tägige Seminar auf Insel Usedom fest gebucht. Zu einer angemessenen Kostenerstattung sollte es die Jagd auf einen geringen Bock per Ansitz und Pirsch täglich morgens und abends unter Anleitung mit allem, was dazu gehört, enthalten. Außerdem tagsüber die Ausbildung von Jagdhunden und ggf. Unterweisung im Jagdhornblasen. Unterkunft und Verpflegung ebenfalls inklusive.

So wartete ich mit Spannung auf den 14. Mai, an dem es losgehen sollte. Dann, 4 Wochen vor Seminarstart, erhielten wir zuhause Rudelzuwachs in Form eines 2 ½ Jahre alten Golden Retrievers, der bislang leider nicht viel Erziehung genossen hatte. Ihn während des Seminars zuhause zu lassen wäre unmöglich gewesen. Also kurz Seminarleiter Stefan Fügner kontaktiert, ob ich unseren 33 Kilo Rüpel denn wohl mitbringen könnte. Stefan stimmte sofort zu, was sich auch später noch als „Gold wert“ herausstellen sollte.

Mittwochmorgens am 14. fuhr ich mit meinem Halbstarken dann also ab in Richtung Usedom und kam um 17 Uhr an.

Gerade eingetroffen und vorgestellt, ging es auch schon gemeinsam mit Bodo - einem weiteren Seminarteilnehmer, Stefan und Uli vom Verein Lehrprinz und Herrn von Rochow als Jagdleiter in dessen erstaunlich geländegängigem VW-Bus los in das über 700 ha große Jagdrevier am Peenestrom, das nicht landwirtschaftlich genutzt wird und schon beim ersten Anblick atemberaubend erschien. Die weit überschaubare und abgelegene Hügellandschaft mit Mischwald, Bauminseln, Büschen, Wiesen und Bächen bietet wohl dem Wild alles in Hülle und Fülle, was es braucht.

Zusammen mit Herrn von Rochow besetzte ich eine Kanzel an einer Waldschneise. Und was wir bei diesem ersten Abendansitz bereits sahen, dürfte wohl manch einem Jäger sein Leben lang verwehrt bleiben. Insgesamt wohl an die 14 Stücke Rotwild wechselten nach und nach aus dem Waldrand zum Äsen auf die Lichtung und wieder zurück. Zwischendurch sah ich einen recht großen Greif in einem Baumwipfel verschwinden. Beim Blick durch das Fernglas wollte ich meinen Augen kaum trauen. Ein adlerförmiger Kopf, gelbe Ständer – tatsächlich: ein Seeadler (!), wie mir Herr von Rochow bestätigte. Rehwild sah ich an diesem Abend nicht, aber das sollte sich in den folgenden Tagen ändern. Bodo und Stefan hatten auf Ihrer Kanzel Rehwild bestätigt und auch Uli, der das Wild mit der Kamera schießt, hatte Rehwild gesehen.

Zurück in Heringsdorf konnte ich dann erst mal unser komfortables Quartier in Form einer ausgezeichnet ausgestatteten Wohnung im Haus von Herrn Rochow beziehen und nach einer Stärkung wurde es auch schon Zeit für die Nachtruhe, um für den Morgenansitz, der Aufstehen gegen 4 Uhr bedeutete, wieder fit zu sein.

Nach dem Morgenansitz auf einer anderen Kanzel, bei der wir wieder Rotwild, aber auch Rehwild ansprechen konnten, gab es dann erst mal ein ausgiebiges Frühstück.

Im Anschluss ging’s gemeinsam mit Bodos kleiner Münsterländer Hündin Casie, Stefans Deutsch-Kurzhaar Joe und meinem Halbstarken Golden Retriever Bobby raus ans Achterwasser zwecks Hundeausbildung. Während Casie schon auf Abi-Niveau ausgebildet ist und Joe noch mit Konzentrationsschwächen und seiner eigenen Energie zu kämpfen hat, musste mein Rüpel erst mal in die Grundschule. Als erfahrener Hundeausbilder erkannte Stefan ziemlich schnell Bobys Schwächen und Stärken und mit seiner Unterstützung gelang es schnell, ihm grundsätzliche Manieren bei zu bringen, was die 6 vorherigen Besitzer dieser armen und doch so wunderbaren Fellnase vorher nicht zu Stande gebracht hatten. Drill Sergeant Stefan stellte fest, dass Boby nicht aus der Zucht-Richtung der Show-Linien, sondern aus einer Arbeitslinie kommt und dementsprechend gefordert werden muss. Insgesamt konnte ich viele Tipps über Bobys richtige Ausbildung mit nehmen. Seit dem Seminar habe ich als Nebeneffekt quasi einen anderen Hund und auch ein anderes Verständnis für meinen Vierläufer.

Nach der mittäglichen Hundeschule gab’s dann noch eine kleine Ruhepause für alle und nach einer Stärkung bereiteten wir uns schon wieder für den Abendansitz vor. Dieser Rhythmus wurde im Großen und Ganzen über den ganzen Zeitraum beibehalten.

Bei jedem Besuch im Revier wurde eine andere viel versprechende Kanzel belegt, in deren Nähe im Vorfeld außerhalb der eigenen Schussentfernung Wild angesprochen werden konnte. Und bei jedem Ansitz gab es vielfältig Wild zu sehen. Rehwild, Rotwild, Schwarzwild, Fuchs und Hasen zeigten sich regelmäßig auf der Bühne und auch der Seeadler ließ uns nicht alleine. Überhaupt war auch die Artenvielfalt der gefiederten Einheimischen beachtlich.

Die Zusammenstellung der Seminarteilnehmer/Lehrprinz-Teams wechselte dabei immer wieder ab, so dass möglichst viel Wissen und Erfahrungswerte vermittelt werden konnte. Und wenn der Ansitz mal nicht so viel brachte, dann gings eben auf die Pirsch, denn auch das will unter Berücksichtigung vielfacher Faktoren wie auch das Verhalten auf dem Hochsitz gelernt sein.

Neben dem Ansitz und der Pirsch lernten wir durch „learning by doing“ im Revier von Herrn von Rochow aber auch Praktisches z.B. über das Anlegen einer Sauenkirrung und eines Wildackers und über den Bau von Ansitzeinrichtungen.

Am Freitag am frühen Abend hatten wir dann Gelegenheit, ein weiteres Revier im Landesinneren kennen zu lernen, das landwirtschaftlich genutzt wird und in dem es in einem Maisschlag starken Wildschaden durch Schwarzwild gibt. Der klare blaue Himmel ließ für nachts auf gutes Vollmondlicht hoffen, so dass dem Ansitz auf Rehwild in diesem Revier ein spannender Nachtansitz am Feldrand auf die schwarzen Koffer folgen sollte. Leider machte uns das Wetter aber dann doch einen Strich durch die Rechnung, denn dunkle Wolken ließen später nicht das erforderliche Mondlicht für einen nächtlichen Ansitz auf Schwarzkittel durch. Jedoch wurden mein Lehrprinz Stefan und ich Zeugen eines ungewöhnlichen Naturschauspiels, als plötzlich ein Reh ein anderes über die Bühne jagte. Spontan gingen wir von einem Bock aus, der jahreszeittypisch einen Jährling aus seinem Revier vertreibt und ich hatte schon fast meinen schönen alten Drilling im Anschlag, als Stefan erkannte, dass es ein Bock war, der eine Ricke trieb – wie in der Paarungszeit - und das schon im Mai!

Da der Nachtansitz also ausfiel, konnten wir am Samstagmorgen wieder in das Revier auf Usedom, wo wir in den Tagen zuvor ja nun schon das eine oder andere Reh als „passend“ angesprochen hatten. Für Bodo sollte dies, da er bereits am Samstag abreisen musste, schon die letzte Möglichkeit sein, seinen ersten Jährling zu erlegen, doch das Jagdglück war nicht auf seiner Seite.

Ich selbst konnte zusammen mit Herrn von Rochow als Lehrprinz auf dem Pirschgang ein Schmalreh ansprechen, das friedlich auf einer Lichtung äste. Dieses Schmalreh hätte ich ohne weiteres strecken dürfen, jedoch hatte ich ja noch etwas Zeit und so ließ ich in der Hoffnung auf einen kleinen Trophäenträger den Finger gerade und wünschte dem Schmalreh einen schönen Tag.

Für Bodo wurde es am Vormittag dann schon Zeit für die Heimreise, nachdem die Bereifung seines Wohnanhängers wieder unter tatkräftiger Mithilfe von Stefan fit gemacht war. Viel zu schnell war das Seminar rum gegangen und gern hätte man noch mehr Zeit zusammen verbracht, um auch noch mehr spannendes Wissen aufnehmen zu können.

Nach einem nachmittäglichen Ausflug mit den Fellnasen Bobby und Joe und Drill Sergeant Stefan über die Strandpromenade unter Lerneinheiten und Austoben am Strand wurde es nach einer anschließenden zünftigen Stärkung schon Zeit auch für meinen letzten Abendansitz.

Herr von Rochow schlug vor, noch mal das Revier im Landesinneren zu wählen, da er dort einige Zeit zuvor gleich ein paar Rehböcke gesichtet hatte, von denen sicher einer der Richtige sei. Denn in dem großen Revier schien das Geschlechterverhältnis beim Rehwild aktuell stark in Richtung Ricken zu tendieren, was dort die Chancen schlechter erscheinen ließ. Der verregnete Nachmittag versprach dabei die günstigste Voraussetzung zu sein, dass das Rehwild auch tatsächlich auf die Lichtung heraustreten würde. Durch die eng werdende Zeit in Kombination mit den günstigen Voraussetzungen war die Erwartungshaltung dann natürlich bei allen hoch.

Doch man kann Diana nicht zwingen und so sollte uns das Jagdglück an diesem Abend auf der Kanzel versagt bleiben. Das Rehwild ließ sich nicht sehen, allein eine Fähe schnürte über die schöne abgelegene Lichtung. Doch auch dieser Ansitz war lehrreich, denn warum war es wohl eine Fähe? Und warum geht man wohl ausgerechnet mittig über die Lichtung auf den Hochsitz zu? Als wir den Ansitz abbrachen, weil es zu dunkel wurde, um Wild noch richtig ansprechen zu können, sahen wir in einiger Entfernung noch ein Stück Kahlwild in der Waldinsel verschwinden, das wohl in der Wiese gelegen hatte.

Herr von Rochow sammelte uns dann mit seinem Bully wieder auf und auf der Rückfahrt ins Quartier machten sich bei mir dann doch die vielfältige Aktivität und der wenige Schlaf der letzten Tage bemerkbar, die im übrigen wie im Flug und viel zu schnell vorüber gegangen waren. Im Quartier angekommen, überließ man mir die Entscheidung für oder gegen einen letzten Morgenansitz. Da Lehrprinz Stefan und unsere hilfreiche Hand Uli und ich aber am kommenden Sonntag noch hunderte von Autobahnkilometern vor uns haben sollten und wir alle eh schon ziemlich geschafft war, siegte die Vernunft bei der Entscheidungsfindung, so dass ich dem Ausschlafen Vorrang einräumte. Dies sollte sich auch als unbedingt richtig erweisen.

Am nächsten Morgen gings also nach einem ausgiebigen Frühstück und der Verabschiedung auf die Heimreise. Übrigens auch ohne Abschuss nicht ohne Trophäe, denn auf einem der Reviergänge hatte ich eine Abwurfstange gefunden.

Herr von Rochow bedauerte, dass wir nun leider keinen Erfolg gehabt hätten, doch dem musste ich widersprechen. Denn erfolgreich war das Seminar für uns Jungjäger auf jeden Fall, ein erster Abschuss hätte lediglich den krönenden Abschluss ausgemacht.

Die Zielsetzung des Seminars und meine Erwartungen wurden auf jeden Fall erfüllt und teilweise auch weit übertroffen. Nie hätte ich mit einer so großen Wilddichte und Artenvielfalt gerechnet. So konnte natürlich das Ansprechen von Wild optimal geübt werden und es wurde niemals langweilig, weil es immer etwas Neues zu Lernen gab.

Wie bereits erwähnt, machte für mich persönlich auch die Hundeausbildung unter der erfahrenen Führung Stefans einen entscheidenden Teil des Tagesablaufs aus, so dass ich am Ende tatsächlich einen anderen Hund mit nach Hause nehmen konnte.

Durch die Vielzahl der Aktivitäten von früh morgens bis spät abends blieb nur leider kaum Zeit für einen schönen geselligen Teil am Abend. Schade vor allem, weil die Chemie der Gruppe stimmte und es in gemütlicher Runde bei einem guten Tropfen sicher auch noch viel zu erzählen gegeben hätte. Aber das Seminar fand ja erstmals statt und so galt es für alle, zunächst erst mal Erfahrungen zu sammeln. Und auch wenn es nur ein Nebenaspekt des Seminars war, den ersten Rehbock hätten wir schon ganz gerne für uns verbucht – und den kriegt man eben nur im Revier - und nicht beim Bier.

Ein weiterer positiver Aspekt gerade für mich als Jungjäger ohne gute jagdliche Verbindungen sind die sicher nicht zu unterschätzenden Kontakte, die sich durch solch ein Seminar ergeben.

Für mich steht auf jeden Fall fest, das ich die Seminare des Lehrprinz e.V. regelmäßig frequentieren werde, bis ich mich fit fühle – denn es gibt noch viel zu Lernen. Prädikat: ausgesprochen empfehlenswert

Ein großes Dankeschön für Ihre unermüdlichen Bemühungen, uns mit dem ganzen notwendigen „Drumherum“ zu versorgen und uns die Seminarinhalte zu vermitteln möchte ich abschließend an unsere beiden Lehrprinzen, Stefan Fügner und Hubertus von Rochow richten und auch an Ulrich Döring, der das ganze Seminar hilfreich begleitet hat.

U. Paschedag, Warstein

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Mai 19 2008

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Stefan

Bericht eines Lehrprinzen vom ersten Jungjägerseminar

Abgelegt unter Seminarberichte

Als der Jagdverein Lehrprinz e.V. Anfang des Jahres seine Arbeit aufnahm, war es an der Zeit, das erste Seminar für Jungjäger zu starten. Im Januar hatte ich mir bereits einen Eindruck vom Wildreichtum auf der Insel Usedom gemacht und mich entschlossen, mit Hubertus von Rochow als zweitem Lehrprinzen dort das Jungjägerseminar abzuhalten.

Wir hatten uns auf eine Woche Mitte Mai geeinigt, da in dieser Zeit das Rehwild besonders aktiv ist und somit Ansitze zahlreichen Wildanblick versprechen.

Die Resonanz auf die Beschreibung des Seminars war zunächst groß. Am Ende meldeten sich nur zwei Teilnehmer an. Das stellte sich später als Glücksfall heraus, da beide Teilnehmer mit ihren Hunden anreisten und wir unsere ganze Aufmerksamkeit den beiden Jungjägern widmen konnten.

Am Freitag, den 9. Mai ging es dann auf die fast 900 km lange Reise. Zwei große Jagdtaschen, zahlreiche Jagdutensilien, zwei Waffen wurden in der VW Doppelkabine verstaut und oben auf allem tronte DK Rüde Joe in seinem Körbchen.

Wenn man dann mit 90 km/h über die Autobahn fährt, ist da nicht nur die Vorfreude auf einige Jagdtage. Auch viele Fragen gehen einem durch den Kopf. Wie wird das Wetter? Werden wir genügend Anblick haben? Werden sich Hunde und Jäger vertragen?

Doch alles der Reihe nach.

1. Die Reviere:
Den Jungjägern standen gleich mehrere völlig unterschiedliche Reviere zur Verfügung. Das eigene Revier des Herrn von Rochow, ein reines Waldrevier mit zahlreichen Kirrungen und Wildäckern. Das zweite Revier, das bejagt wurde, liegt auf einer Halbinsel der Insel Usedom und ragt in das Achternwasser, den Mündungsarmen der Peene hinein. Extensiv bewirtschaftete Wiesen mit verlandeten Seen, Kiefernwäldern und einem Bachlauf bestimmen hier das Bild der Landschaft. Die völlige Abgeschiedenheit, die Wiesen, der Bach und das nahe verschilfte Ufer gaben diesem Jagdbogen eine ganz besondere Note.
Auch ein etwas weiter vom Quartier gelegenes 3. Revier lag abseits der Touristenströme und bot den Seminateilnehmern einen Einblick in die Landschaft und das Jagen in Mecklenburg-Vorpommern.

rehwild
Karge Wiesen, Kiefernwälder und verlandete Seen prägen das Bild der Landschaft auf Usedom

Raps
In Mecklenburg, in Mecklenburg, da sind wir durch den Raps gegurkt.

2. Die Teilnehmer:
Die wichtigste Frage vor dem Seminar war, ob sich Jungjäger und Lehrprinzen verstehen. Doch alle Bedenken lösten sich schnell in Luft auf. Obwohl auch die komfortabelste Ferienwohnung bei 3 Hunden und 4 Bewohnern eng wird, kamen alle Bewohner bestens miteinander aus. Der oft enge Zeitplan mit Morgenansitz, Frühstück, Hundearbeit, Revierfahrten und Abendsansitz forderte von allen Beteiligten eine hohe Disziplin. Auch der Golden Retriever Rüde Bobby, mit sichtlichen Anfangsproblemen im Gehorsam, war schnell “eingenordet” und fügte sich dem streng geregelten Tagesablauf.

3. Die Hunde:
Da beide Jungjäger ihre Hunde mitbrachten und viel Arbeit notwendig war, war ich froh, dass das Seminar sich nur auf 2 Teilnehmer begrenzte. Schon ein 3. Teilnehmer hätte eine optimale Beteuung nicht mehr gewährleisten können.
Die zahlreichen menschenleeren Uferbereiche mit Schilfgürteln boten ideale Bedingungen, um mit den Hunden die Wasserarbeit zu vertiefen.
DK Rüde Joe hatte ich mitgenommen, weil ich weiß, wie sehr sein Ehrgeiz geweckt wird, wenn er anderen Hunden beim Arbeiten zusehen muss. Meine Idee ging auch voll auf. Verbissen arbeitete Joe an seinen Apportierfähigkeiten, als er sah, wie gut die anderen Hunde den Fuchsdummy und das Apportel aus dem Wasser holten. Zudem kam es beim Jungjägerseminar zu einer kleinen Liebesgeschichte. Joe hatte sich in die Kleine Münsterländer Hündin Cassie verliebt. Während der Ruhephasen lag er neben ihr und wich ihr nicht mehr von der Seite. Sichtlich verliebt bewunderte er seine Angebetete.

Joe: Apport am Wasser
Obwohl der Apport nicht sein Lieblingsfach ist, aktivierte die Arbeit der anderen Hunde seinen Ehrgeiz.

Joe bei der Wasserarbeit.
Joe: Apport am Wasser

Joe: Apport am Wasser
Joe mit Petriheil: Anstatt den Dummy zu apportieren, bringt Joe einen bereits ausgenommenen Karpfen, den er im Schilfgürtel fand.

Joe: Apport

Beide Hunde Apport!
Da strahlt der Ausbilder!

Cassie

Cassie ist eine für Münsterländer ungewöhnlich ruhige Vertreterin. Es ist ein Augenschmaus, ihr bei der Quersuche zuzusehen. Ruhig und gründlich pflügt sie, ständig die Nase im Dreck, durch die Wiesen. Nur mit der Nähe zum Führer klappt es noch nicht, aber die Arbeit, den Hund enger an den Führer zu binden, machte bereits an den Tagen des Seminars Fortschritte. Die sensible Hündin, wegen Schussscheue als unbrauchbar abgegeben, hatte wohl den falschen Führer. Mit Bodo, ihrem neuen Herrn, wächst ein harmonisches Gespann heran, was große Hoffnungen weckt. Die zarte sensible Hundin paßt zu ihrem Führer, wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge.

Kessy: Apport am Wasser
Nicht nur der Dummy,…

Kessy: Apport am Wasser:Apportierbock
…sondern auch den schweren Apportierbock bringt die zarte Cassie sicher zu Führer.

Kessy: Quersuche
Üben der Quersuche auf den Wiesen am Rande des Achternwasser

Kessy: Quersuche

Bobby

Bobby, der Golden Retriever Rüde, ist ein Paradebeispiel völligen Versagens unkundiger Tierschützer. Scheinbar hatte niemand erkannt, dass Bobby kein Kuschelretriever ist, sondern deutlich alle Anzeichen einer Arbeitslinie in sich trägt. Diese völlig Fehleinschätzung führte dazu, dass es Bobby in 2 1/2 Jahren auf 6 Besitzer brachte.
Schon nach einigen Übungen am Grundgehorsam besserte sich sein anfänglich rüpelhaftes Verhalten. Doch am Wasser kam dann sein eigentlicher Arbeitswille zum Vorschein. Zwar paddelte er noch unbeholfen im Wasser, was bewies, dass Bobby bisher kaum am Wasser gearbeitet worden war, aber das schwere Apportel griff er ohne zu zögern und brachte es zum Ufer. Schnell begriff Bobby, was man von ihm will und die 4 Tage Seminar haben die ersten Weichen gestellt, dass Uwe wohl nun sein letzter Besitzer sein wird. Für mich der größte Erfolg auf dem Seminar.

Bobby: Apport am Wasser
Bereits am ersten Tag bringt Bobby das schwere Apportel…

Bobby: Apport am Wasser
…und bringt es tragend ans Ufer

Bobby liegt gehorsam im Auto
Auch am Gehorsam wurde gearbeitet: Bobby wartet auf den Führer an der offenen Autotür

Joe und Bobby
Geteiltes Leid ist halbes Leid. Joe und Bobby üben das Ablegen.

Nach der Arbeit
Nach der Hundearbeit genossen alle die Stille und Ruhe der Insel

4. Revierarbeiten:
Das Ansprechen und Jagen sollte im Mittelpunkt des Seminars stehen. Doch auch ein wenig Informationen über Revierarbeiten sollten nicht fehlen, weshalb wir an einem Tag eine Revierfahrt zu den Kirrungen unternahmen und der der Bau zweier einfacher Erdsitze wurde in Angriff genommen.
Insbesondere das ausgeklügelte System der Beschickung der Kirrungen stieß auf großes Interesse. Es wurde aber auch klar, mit welch hohem Aufwand eine relativ kleine Jagd betreut werden muss, um am Ende eines Jagdjahres eine passable Strecke vorweisen zu können.

Lehrprinz bei der Arbeit
So muss es sein:

Lehrprinzen arbeiten
Die Lehrprinzen arbeiten…

Jungjäger schwatzen
…und die Jungjäger fachsimpeln!

Hundesuhle
Auch die Hunde nutzen gern die Suhlen.

an der Wilduhr
Lesen und einstellen der Wilduhr

Wildackerbestellung
Wildackerbestellung

5. Ansitze:
Auf das Üben des Ansprechens hatten wir das besondere Augenmerk gelegt, weshalb beide Jungjäger zu allen Ansitzen begleitet wurden. Hier hatten wir großes Glück. Das Revier verfügte über einen besonders guten Wildbestand. Zudem hatte man von den Sitzen einen weiten Blick über das Tal und der Termin des Seminars war optimal gewählt, denn wir konnten das Rehwild in einer sehr bewegungsaktiven Zeit beobachten.
Von den Anblicken, die wir hatten, war selbst ich überrascht. Manchmal lief der Ansitz ab wie im Kino. Es konnte nicht nur Rehwild, sondern auch Rotwild und Sauen angesprochen werden. Und wenn dies gerade mal nicht da war, wer es ein Fuchs, der Seeadler oder irgedwelche seltenen Vogelarten, die den Ansitz jedesmal zu einem Erlebnis machte.
Als Pirschjäger kam auch ich an einem Abend auf meine Kosten. Einen weit entfernten Spießer im Bast haben wir angepirscht und kamen bis auf wenige Meter an ihn heran, aber mit der schnellen routinierten Schussabgabe wollte es dann doch nicht klappen, aber versucht hatten wir es und das war es allemal wert gewesen.

Fazit:
Auch wenn es mit dem Erlegen eines Jährlingsbockes nicht geklappt hat, so war das Jungjägerseminar ein voller Erfolg. Im Mittelpunkt stand die Aufgabe, den Jungjägern das Ansprechen in der Praxis zu lehren. Bei je 4 Abend- und Morgenansitzen mit großen Mengen an Wild sind die Jungjäger beim sicheren Ansprechen von Wild einen wesentlichen Schritt weiter. Die Landschaft von Mecklenburg-Vorpommern hat bewiesen, dass sie zu den wildreichsten Gegenden Deutschlands gehört und immer eine Reise wert ist.
Es waren sicherlich auch für mich die wildreichsten, aber auch die anstrengensten Jagdtage meines Lebens.
Wir werden das Jungjägerseminar auf Usedom auf jeden Fall wiederholen und das Seminar “Kahlwild richtig bejagen - Das Ansprechen und Erlegen des weiblichen Rotwildes” ist bereits für September geplant.

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Mrz 26 2008

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Stefan

Erstes Jungjäger-Seminar

Abgelegt unter Seminarankündigung

Von Mittwoch den 14. Mai 2008
bis Sonntag dem 18. Mai 2008
auf Usedom

Ansprechen - Erlegen – Versorgen

Viele Jungjäger suchen nach der Jägerprüfung einen Lehrprinzen.

Sammeln Sie erste jagdliche Erfahrungen.
Zum Beispiel um Referenzen als Bewerber eines Begehungsscheins vorzuweisen oder sich um eine Jagdmöglichkeit bewerben zu können.

Vier Jungjäger und Jungjägerinnen ohne Jagdmöglichkeit jagen unter Anleitung von Lehrprinzen auf ihren ersten Bock.

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.
Denn wir wollen uns ganz Ihrer Ausbildung widmen.

Ihre Lehrprinzen:

Stefan Fügner
• 32. Jahres-Jagdschein
• 9 Jahre eigene Reviere
• 30 Jahre Hundeführer
• Treib-/Stöberjagden
• Korrektur verhaltens-auffälliger Jagdhunde
• Jagd-Publizist

Hubertus v. Rochow
• 38. Jahres-Jagdschein
• bestätigter Jagdaufseher
• Pächter von Hoch-/ Niederwild-Revieren
• Wildschadenschätzer
• Gründer Jagdschule Vorpommern, Jagdmentor
• Züchter von Langhaar-Weimaranern und Rauhaarteckeln

Seminar Inhalte:

1. Tag
Der Ankunftstag (bis 18:00 Uhr) beginnt mit einer Revierbesichtigung. Dabei machen Sie sich ein Bild, wo Sie die Jagd in den nächsten Tagen ausüben.
Der Schießstand in Usedom ist nur Samstags offen. Der nächst gelegene tägliche Stand ist 60 km entfernt.
Dann geht es auf den ersten Abendansitz. Im Anschluss sehen Sie Videoaufnahmen über das Ansprechen des Rehwildes.

2.-3. Tag
Über alle Seminar-Tage gehen Sie auf Früh- und Abendansitz.
Durch die Ruhe des Reviers kann die Jagd auch tagsüber (Pirsch) ausgeübt werden.
Die Jagdausübung wird dem Wetter und den Wünschen der Seminarteilnehmer angepasst.

Zusatzprogramm
Während der Seminartage werden die Seminarteilnehmer in der Jagdhundausbildung unterwiesen. Hier kann, wenn bereits vorhanden, der eigene Hund mitgebracht werden.
Bettina v. Rochow - Musiklehrerin und langjährige Leiterin einer Jagdhornbläsergruppe - wird sie in die Grundlagen des Jagdhornblasens unterweisen

Die Seminargebühr beträgt 650,00 Euro.

Darin enthalten sind:
- Gemeinsame Unterbringung,
- rustikale Verpflegung,
- Abschuss eines geringen Bockes (inkl. Trophäe),
- Betreuung während der Jagdausübung und
- Leihe von Jagdausrüstung bei Bedarf.

Nicht enthalten sind die Anreisekosten und das Wildbret.
Fehlabschüsse werden gesondert vergütet.

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