Archiv für das Tag 'Lehrrevier'

Mai 11 2010

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Als Jungjäger zur Jagd im Oderbruch

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Oder-Havel-Kanal
Oder-Havel-Kanal an einem kühlen Oktober-Morgen (Foto: J. Lehmann)

„Lade gleich hier durch, die Repetierer sind viel zu laut” flüstert Stefan mir leise zu während wir uns auf den Weg zum Hochsitz machen. Brav schiebe ich das Magazin rein, lade durch, prüfe die Sicherung und schultere meine Sauer wieder.

Es ist Ende Oktober, im Oderbruch nördlich von Berlin ist es morgens schon ziemlich frisch und die Dämmerung bricht heran. Sonderlich früh sind wir nicht losgekommen. Das ist auch ganz gut so, denn die Fahrt von München nach Brandenburg am Abend zuvor war lang und anstrengend und die Nacht entsprechend kurz.

Leise machen Stefan, sein Deutsch Drahthaar Ajax und ich uns auf den Weg. Es wird ein wunderschöner Morgen, wir unterhalten uns leise. Der Anblick bleibt überschaubar: ein paar Reiher, ein Rehbock in 200m Entfernung und viele Kühe. Stefan ist etwas enttäuscht, die Wochen zuvor war hier deutlich mehr los. Ich genieße die Ruhe, die Natur, die frische Luft, die Jagdgeschichten und bin zufrieden. Genau so hatte ich mir die Jagd vorgestellt. Abschalten und trotzdem wachsam sein. Jederzeit könnte ja ein prächtiger Hirsch um die Ecke schauen…

Morgendliche Pirsch
Stefan Fügner und der Deutsch Drahthaar Ajax (Foto: J. Lehmann)

Morgendliche Pirsch
Morgendliche Pirsch mit Stefan Fügner (Foto: J. Lehmann)

Auf dem Rückweg zum Landhof Liepe machen wir noch einen Schlenker durch das Revier. Zumindest durch den Teil des Reviers, der überhaupt befahrbar ist. Das Naturschutzgebiet Oderbruch liegt nur wenige Meter oberhalb des Wasserspiegels und ist entsprechend morastig. Und jetzt bietet sich auch der Anblick, von dem Stefan mir vorgeschwärmt hat. Wir halten an, schließen leise die Türen und pirschen ein Sprung Rehe an. Noch 300m. Die Rehe schauen kurz hoch, wir bleiben regungslos stehen. Sie äsen weiter. Noch 150m. Stefan piekst seinen Schießstock in den Boden. Ich lege an. Und überlege. Mein erster Schuß auf ein lebendes Stück, stehend angestrichen, aufgeregt, eine noch wenig vertraute Waffe. Nein, das ist mir zu unsicher. Wir versuchen näher heran zu kommen, da springen die Rehe ab. Wir fahren zurück zum Landhof Liepe und genießen ein gemütliches Frühstück.

Nachmittags wollen wir die jagdlichen Anlagen meines ungarischen Vorstehhundes Gero prüfen und nehmen ein paar aufgetaute Enten und unsere Flinten mit. Wir sehen zwar einige Enten am Kanal, aber zum Apportieren nehmen wir die mitgebrachten Enten aus Stefans Tiefkühltruhe. Ajax macht es vor, Gero macht es nach, das Apportieren klappt prima. Auch erweist sich unser Hund als schussfest, jedenfalls machen ihm die Schrotschüsse aufs Wasser beim Apportieren nichts aus. Später üben wir noch das Fährtenlegen und die Fährtenarbeit und wir sind sicher, mit der nötigen Übung könnte Gero mal ein brauchbarer Jagdhund werden.

Magyar Viszla Gero
Gero (Foto: J. Lehmann )

Abends gehen Stefan und ich wieder gemeinsam zum Ansitz. Wir sehen viele Rehe, aber leider stehen sie teils spitz, teils hintereinander, teils zu weit. Ein Hase läuft direkt um unseren Bauwagen herum und Stefan erlegt seinen ersten Oderbruchhasen. Natürlich versäumt er nicht, mir die Vorteile seiner kombinierten Kipplaufwaffe, einer Krieghoff Bockbüchsflinte, zu erklären. Leise zu laden und alles Nützliche dabei!

Am nächsten Morgen sind wir früh auf den Beinen. „Siehst du die Ricke und das Kitz?” fragt Stefan leise auf dem Hochsitz. „Das nenne ich Populationsdruck”. Tatsächlich sehen die beiden Rehe so aus, als wollten sie sich im Gebüsch zum Verdauen niedertun. Aber offenbar hält sie irgendetwas davon ob. Der Wind steht zwar nicht optimal, aber unsere Witterung ist es nicht. „Da sind überall Sauen drin, die Rehe wissen gar nicht mehr wohin”.

Wenig Beunruhigung durch Spaziergänger, gute Äsung und wenig Jagddruck schafft mit der Zeit einen entsprechenden Wildbestand. Keine Frage, der Bevölkerungsrückgang der ostdeutschen Flächenstaaten bewirkt jagdlich günstige Bedingungen. Leider sind nur wenige da, die dies nutzen könnten. Die ostdeutschen Jäger werden älter, es fehlen Pächter mit der nötigen Zeit und dem nötigen Geld um aus den Revieren etwas zu machen. Insofern hat Stefan hier nicht nur jagdlich optimale Bedingungen gefunden. Die beiden Reviere, um die er sich kümmert, hat der Berliner Rechtsanwalt Dr. Lipps gepachtet. Eine Verbindung, die für beide Seiten Vorteile hat. Stefan ist vor Ort und kann sich um das Revier kümmern und Dr. Lipps weiß sein Revier in guten Händen.

Leider sehen wir an dem Morgen die Ricke, auf die Stefan es abgesehen hatte, nur von Ferne. Ich präge mir ihr Aussehen durchs Fernglas ein und setze mich abends wieder hin. Und pünktlich zur Dämmerung erscheint sie wieder. Alleine. Also nicht das Muttertier mit Kitz vom Morgen. Vorsichtig schiebe ich den Lauf über die Brüstung. Die Merkmale sind eindeutig, die Ricke steht breit. Ich entsichere und steche ein. Der Schuß bricht. Die Ricke verhofft, schaut auf, und geht gemütlich ein paar Schritte weiter. Gefehlt? Ich repetiere nach. Der zweite Schuß sitzt, die Ricke bricht sofort zusammen. Ein Leberschuß, wie sich später herausstellt. Keine Meisterleistung, aber das Stück liegt, ist nicht flüchtig und das Wildbret ist nicht entwertet.

Jungjäger Jan Lehmann
Jungjäger Jan Lehmann

Stefan hat die Schüsse gehört und kommt mit dem Auto vorbei. Wir verladen das Stück und bringen es zur Wildkammer wo ich es aufbreche und untersuche. Das habe ich zwar schon öfters getan, aber Anleitung durch einen erfahrenen „Lehrprinzen” ist hilfreich. Natürlich stoßen wir auf mein erstes Stück mit einem Jägermeister an. Auch Dr. Lipps ist mittlerweile in Liepe eingetroffen und wünscht mir „Weidmannsheil”.

Am nächsten Morgen ziehe ich ohne Stefan los und nehme meinen Hund mit. Mal schauen, wie er die Stunden auf dem Ansitz ausharrt. Ich warte auf die Rehe, die Stefan hier neulich beim Vorbeifahren gesehen hat. Die Zeit verrinnt und mein Hund wird langsam unruhiger. Gerade als ich ans Aufbrechen denke, taucht ein Fuchs auf. Ich prüfe den Wind, er hat etwas gedreht und kommt nun ungünstig von schräg hinten. Wenn der Fuchs weiter quert, könnte er Witterung aufnehmen. Trotzdem warte ich zunächst ab. Als er auf gut hundert Meter herangekommen ist, trage ich meinen Schuß an und erlege meinen ersten Fuchs.

Abends ist es Vollmond und wir gehen durch den Ort in den hinteren Teil des Reviers. Auf der Weide am Steilhang haben wir tags schon jede Menge umgegrabene Grassoden gesehen, das Werk zahlreicher Wildschweine. Wir pirschen leise die Straße hoch, aber das Gatter zur Weide ist zu, das Vieh steht drauf und wir brechen ab. Auch der Versuch, uns an den Schilfgürtel am Oderbruch heranzupirschen, scheitert. Der Raureif auf den Grashalmen ist gefroren und bei jedem Schritt knirscht es vernehmbar. So kommen wir nicht an die Wildschweine heran.

In der Gaststätte treffen wir Dr. Lipps und seinen Jagdgast. Sie haben am Einstand am Oderbruch drei Wildschweine erlegt. Stefan und ich hatten dort tags zuvor gekirrt. Dr. Lipps meint, wir sollten doch unbedingt noch mal los, im hinteren Teil wären sie nicht gewesen, hätten aber die Schweine gehört. Es könne ja nicht angehen, dass ein so weit gereister Gast wegen eines geschlossenen Weidegatters um seine erste Sau gebracht würde.

Vom Hochsitz aus am Einstand jagen zu dürfen sei eine besondere Angelegenheit, sagt Stefan, da wäre selbst er noch nicht gewesen. Das verpflichtet und wir ziehen noch einmal los. Schon beim Anpirschen hören wir das Gegrunze der Sauen und das Jagdfieber steigt. Nur zu sehen bekommen wir sie leider nicht. Müde und klamm falle ich Stunden später ins Bett. Drei lange Jagdtage mit kurzen Nächten gehen zu Ende. Mit einem erfahrenen Jäger an der Seite konnte ich meine ersten jagdlichen Schritte unternehmen, weitere werden folgen, da bin ich sicher. Danke Stefan, bis zum nächsten Mal!

Jan Lehmann

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Apr 15 2010

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Retrieverseminar mit Marion Kuhnt am 4.7.2010 in Liepe/Brandenburg

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Marion Kundt mit Finley
Marion Kuhndt mit Retriever Finley

Am Sonntag, den 4.7.2010 findet unter der Leitung von Marion Kuhnt ein Retrieverseminar im Lehrrevier Liepe der gehobenen Kategorie statt. (A-F Niveau)

Das Seminar ist für Retriever, die bereits über eine gute Grundausbildung im Fach Apport verfügen.

Inhalt:

Systematischer Aufbau von “Voran” über mehrere Geländeübergänge und Wasser, Walk-up. und Standtreiben

Rückfragen und Anmeldung bei:

Marion Kuhnt

Dernburgstr.1

14057  Berlin

Mobil: 0171/488 99 99

email. m.kuhnt@t-online.de

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Mrz 09 2010

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Gastautor

Ein Wochenende im Lehrrevier

Ich treffe Stefan am Samstag vormittags im Rosencafe in Liepe. Wir trinken eine Tasse Kaffee und schauen auf die Revierkarte.
Wir schmieden einen groben Plan, was man sich angucken möchte, wo man eventuell ansitzen kann. Ohne das alles zu sehr zu konkretisieren, packen wir meinen Kram in Stefans Auto und brechen auf zu einer ersten Revierrundfahrt.

Es geht erst mal in DAS Bruch. Wiesen und Feuchtwiesen mit Pappeln und Weiden, Gräben, Dickungen und Schilfgürteln. Im Hintergrund thront das Schiffshebewerk Niederfinow. Auf dem Finowkanal sitzen diverse exotische Enten. Die Kraniche sind seit ein-zwei Wochen da. Kibitze sehen wir auch. Das Rehwild ist sehr vertraut. Läßt sich von dem Auto kaum stören. Ein Sprung mit 8 Stück steht auf 30 Meter, scheint gut durch den Winter gekommen zu sein. 5 weibliche Stücke und 3 Böcke.

Neben einem Hochsitz befindet sich ein Kessel
Direkt neben einem Hochsitz finden wir einen Kessel (Foto Sebastian)

Ein liebevoll gebauter Kessel
Die Bache hatte hier ein schönes Nest gebaut,…… (Foto Sebastian)

Ein liebevoll gebauter Kessel 2
…. das jetzt im März aber schon wieder verlassen ist. (Foto Sebastian)

Die Wiesen sind nass aber zum Glück noch gefroren. Wir kirren ein wenig und kontrollieren Reviereinrichtungen. Anschliessend fahren wir in den oberen Revierteil. Dort ist alles völlig anders. Eine sanfte Hügellandschaft mit Landwirtschaft, kleinteiligen Wiesen, vielen Hecken und einigen Waldinseln.
Am Nachmittag setzen wir uns dann im unteren Revierteil an.
Angrenzend an ein altes Saugatter in der Hoffnung einen Frischling oder Überläufer erlegen zu können. Ich sehe viel Rehwild und einen Fuchs. Die Sauen lassen sich leider nicht blicken. Wir baumen gegen 19:30 ab, essen köstlich, gehen zeitig zu Bett, um am nächsten Morgen früh aufzustehen.

Bei klirrender Kälte und sternenklarer Nacht treffen wir uns um 5 Uhr zum Morgenansitz wieder. Vielleicht können wir das Schwarzwild auf dem Rückwechsel abpassen. Der Mond steht tief aber zum Glück haben wir noch Halbmond. Damit kann man arbeiten. Ich sitze auf einer herrlichen, alten, nostalgischen Kanzel und habe es irgendwie geschafft, meinen großen Münsterländer da hoch zu hiefen. (Hoch war einfacher als runter.)
Die Sauen höre ich mehrfach hinter mir im Bestand brechen, der Schwarzspecht rumort  auch die ganze Zeit. Im Morgengrauen schnürt dann ein Fuchs parallel zum Graben langsam mäuselnd in meine Richtung. Und dann - anstatt sich meiner Wenigkeit weiter zu nähern- verschwindet er auf 200 Metern in einem Graben und ward nicht mehr gesehen. Mist.

Das Rehwild steht jetzt eigentlich überall. Es gibt keine Wiese, keine Rictung in die ich blicken kann, auf der kein Rehwild steht. Immer wieder streichen große Gruppen von Kranichen ab. Vor mir landen noch einge Graugänse. Immer paarweise. Die Partner bleiben auch immer ganz nah zusammen. Das berührt mich irgendwie.

Am Nachmittag entschliessen wir uns, einige entlegene Nieschen des Reviers, lassen die Hunde arbeiten und stellen einen mobilen Sitz um.

Eine fahrbare Kanzel wird umgesetzt
Dank des Frosts sind die Wiesen passierbar: Kanzel an die Anhängerkupplung…… (Foto Sebastian)

Eine fahrbare Kanzel wird umgesetzt 2
…durch die zugefrohrene Senke…… (Foto Sebastian)

Eine fahrbare Kanzel wird umgesetzt
und auf den auf einem Wall gelegenen Weg herauf. (Foto Sebastian)

Die Wiesen und Gräben und Schilfgürtel sind noch voll mit Wasser. Wir besetzen den ein oder anderen Hochsitz, schauen ob alles in Ordnung ist, kontrollieren die Leitern, Sitzbretter und Auflagen und auf einmal, direkt neben uns in der Dickung, geht lautstark Eis zu Bruch. Kraaaawoommmm. Wir sind sofort jagdlich angefiebert, ich bin schnell am Auto, hole Glas und Waffe …. es kracht weiterhin:
Da ist etwas im Busch - ob wir das hochgemacht haben - was ist das bloß - kraaaaaromms - da kracht schon wieder das Eis.
Wir bleiben bestimmt eine halbe Stunde sitzen, hören immer wieder Eis brechen, können aber zu keinem Zeitpunkt sehen, was da in der Dickung für Bewegung sorgt.
Eine Möglichkeit wäre Kollege Bokert; der Biber fühlt sich im Revier pudelwohl und geht wirklich kräftig zu Werke. Habe selten so einen  fleissigen Baumeister gesehen. Der scheint aber auch etwas an Größenwahn zu leiden. Pappeln und Weiden mit einem Durchmesser von über 80cm weder freudig angenommen und hochprofessionell weiterverarbeitet! Ganz fein entastet, Äste und Zweige zu feinen Haufen gestapelt. Wie so ein kleines Kerlchen das schaft ist mir ein echtes Rätsel.

Glanzleistung des Bibers
Der Biber leistet ganze Arbeit! (Foto Sebastian)

Glanzleistung des Bibers Nr.2
Die bevorstehende Arbeit und der Umfang des Baumes spielen für die Auswahl keine Rolle (Foto Sebastian)

Glanzleistung des Bibers Nr. 3
Nach getaner Arbeit! (Foto Sebastian)

Wir hatten viel Anblick, ich konnte das Revier kennen lernen und komme gerne wieder, um bei Revierarbeiten zu helfen und den Lehrprinz e.V. in sonstigen Bereichen zu unterstützen.

Horrido - Sebastian

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Mrz 08 2010

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Vom Jungjäger zum Jagdpächter

Der Gesetzgeber hat nicht ohne Grund vorgeschrieben, dass der Jäger erst nach Ablauf einer  dreijährigen Jungjägerzeit jagdpachtfähig ist:

Möchte man gerne ein Revier pachten, bedarf es nicht nur der praktischen Jagderfahrung, sondern auch zahlreicher zusätzlicher Kenntnisse. Weder das eine, noch das andere kann im Rahmen des Jägerlehrgangs bis zur Jägerprüfung im erforderlichen Umfang vermittelt werden.

Wie allerdings der Jungjäger die Zeit zwischen Jägerprüfung und Jagdpachtfähigkeit ausfüllt, um Jagderfahrung und erforderliche Kenntnisse zu erwerben, ist dem Gesetz nicht zu entnehmen:

Begehungsschein oder Pirschbezirk, das regelmäßige Begleiten erfahrener Jäger sind als Zwischenlösung denkbar. Zweckdienliche Informationen über die Aufgaben eines Jagdpächters lassen sich in den einschlägigen Fachzeitschriften zusammensuchen.

Aber welche Kenntnisse sind denn erforderlich und wichtig?  Das Institution des „Lehrprinzen” ist nicht mehr allerorts gegeben. Die Bedürfnisse von Jagdpächter und dem Jungjäger als Begehungsscheininhaber können deutlich voneinander abweichen. Selten sind beide Seiten sensibilisiert: Der eine weiß eigentlich nicht genau, was er braucht; der andere nicht, was und welche Erfahrung er weitergeben kann.

Es ist Glücksache, ob der Jungjäger bis zur Pachtfähigkeit relevante und notwendige Kenntnisse und erforderliche Jagderfahrung sammeln kann.

Der Jagdverein „Lehrprinz e.V.” und das „Insitut für Jagd, Umwelt und Naturschutz” (JUN.I) bieten im Jagdjahr 2010/2011 erstmals und einzigartig ein Jungjägerpaket an, das sich daran orientiert, was man zusätzlich als zukünftiger Jagdpächter wissen und können sollte, will und/oder muss.

Jagdgelegenheit, Anleitung, Fortbildung, Gesellschaftsjagden

Jagdgelegenheit:

Das Institut für Jagd Umwelt und Naturschutz (JUNI.I) hat seinen Sitz inmitten des Jagdreviers Liepe in Brandenburg, ca. 60 km nordöstlich von Berlin.

Das fast 1.000 ha große Revier dient dem Jagdverein Lehrprinz e.V. als Lehrrevier und grenzt direkt an die ausgedehnten Wälder des Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin. Damit liegt es in einem jagdlich einzigartigen Gebiet Deutschlands.

Rotwild, Rehwild, Schwarzwild, sonstiges Niederwild, insbesondere Enten und Gänse sind ständige Bewohner des Reviers Liepe.

Das Naturschutzgebiet Niederoderbruch, in dem das Lehrrevier liegt, hat darüber hinaus eine einmalige Flora und Fauna zu bieten. Man kann dort zahlreiche Tiere - etwa den Biber, Kranich, Fischotter und Seeadler - beobachten, die woanders kaum oder gar nicht mehr in freier Wildbahn vorkommen. Schwer passierbare Wege sorgen dafür, dass das Revier so gut wie nicht von Erholungssuchenden frequentiert wird. Die Jagd kann den ganzen Tag über ungestört ausgeübt werden.

Im Lehrrevier wird die Intervalljagd ausgeübt, das heißt: Es wird nur in der bewegungsaktiven Zeit des Wildes gejagt.

Die Jagdintervalle sind:

1.5. bis 31.5. (4 Wochen, Bockjagd)

20.7. bis 10.8. (3 Wochen, Blattzeit)

1.10. bis 15.1. (3 ½ Monate)

Zwischen den Intervallen ruht die Jagd.

Anleitung:

Die Reviere in der Schorfheide sind für ihren Wildreichtum bekannt, sodass es jedem Jungjäger ermöglicht werden kann und möglich sein sollte, 15-20 Stück Schalenwild in

3 Jahren zu erlegen. Dadurch erhält der Jungjäger die notwendige Routine, die er für ein sicheres Ansprechen und Erlegen benötigt. Vor allem in der Anfangszeit kann sich der Jungjäger von einem erfahrenen Jäger begleiten lassen. Diese sind erfahren und sensibilisiert auf die Bedürfnisse des Jungjägers.

Gesellschaftsjagden:

In den Herbst- und Wintermonaten finden zahlreiche Drückjagden statt. Hier können Jungjäger miterleben, wie Drück- und sonstige Gesellschaftsjagden organisiert werden und wie diese durchzuführen sind. Die notwendige Erfahrung und die besondere Fertigkeit, die bei Bewegungsjagden dem Schützen abverlangt werden, kann durch die Teilnahme erworben werden.

Für den Spätherbst ist eine große Hubertusjagd geplant.

Die Flinte:

Im Laser-Schießkino kann außerdem die Fertigkeit mit der Flinte weiter trainiert werden. Vor allem Enten und Füchse lassen das Flintenschießen in der Praxis zum Einsatz kommen.

Fortbildung:

Neben der Gelegenheit zur praktischen Jagdausübung werden fortlaufend Seminare durch das Instituts für Jagd Umwelt und Naturschutz (JUN.I) angeboten. Diese sind darauf ausgerichtet, die praktische Jagdausübung mit den zusätzlichen Kenntnissen über häufige Probleme zu ergänzen, mit denen Jagdpächter regelmäßig konfrontiert werden.

Diese Seminare befassen sich insbesondere mit nachfolgenden Themen:

Der Jagdpächter und das Jagdrecht

Jagdgenossenschaften

Jagdpachtverträge

Begehungsscheinverträge

Abschusspläne

Wildschadensmanagement

Jagdpachtkosten und modernes Jagdmanagement

Jagdpacht

Jagdbetriebskosten

Begehungsscheine

Wildbretvermarktung

Gesellschaftsjagden

Wildvermarktung

EU Hygieneverordnung

nationales Gewerberecht und Wildbretvermarktung

Wildbretverarbeitung

Zerwirken und Lagern

verschiedene Kochkurse

Alle Seminare finden in der Zeit statt, in der auch die praktische Jagdausbildung erfolgt.

Die Kooperation des Jagdvereins Lehrprinz e.V. und des Instituts für Jagd, Umwelt und Naturschutz (JUN.I) verfolgt das Ziel, einem zukünftigen Jagdpächter in der 3-jährigen Jungjägerzeit nicht nur eine Jagdmöglichkeit und eine Einführung in die praktische Jagdausübung  zu bieten, sondern diese vor allem auch um eine Fortbildung zu ergänzen, die den Jungjäger auf die Jagdpacht vorzubereiten .

Interessierte Jungjäger sind herzlich eingeladen, das Revier, die Revierverhältnisse, Ausbilder und Mitstreiter sowie sonstige räumlicher Verhältnisse kennenzulernen. Vorgesehen hierfür ist ein Tag Ende Mai/ Anfang Juni 2010, der in Kürze auf www.lehrprinz.eu bekanntgegeben wird. Das anstehende Jägersilvester bietet ebenfalls erste Kontaktmöglichkeit.

In der Blattzeit finden zudem zwei Schnupperwochenenden mit Einführungsseminaren und erster begleiteter Jagdgelegenheit statt.

Kontaktaufnahme über:

Jagdverein Lehrprinz e.V.

Herrn Stefan Fügner Mobil 0178 6141856 Festnetz: 033458 64247 oder per e-mail an jagdblog@gmail.com

oder

Institut für Jagd, Umwelt und Naturschutz (JUN.I)

Herrn Dr. jur. Wolfgang Lipps, institut@jagdrechtsblog.com

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Jan 24 2010

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Nachtansitz bei -15 Grad Celsius

Am 23.1.2010 nachmittags zeigt sich das Niederoderbruch von seiner schönste Seite.
30 cm Altschnee, strahlender Sonnenschein lassen die Schneedecke auf den Bruchwiesen glitzern und - ein bitterkalter Ostwind weht über das Land.

Am Nachmittag meldet die Wetterstation in Bernau -15 Grad Celsius. Der Rundfunk prophezeit eine eiskalte Nacht, bei der die Temperaturen in einigen Lagen unter die Marke von -20 Grad Celsius rutschen können.

Mir kommen Bedenken bei dem Gedanken an meinen Nachtansitz. Doch die noch immer vorhandene Schneedecke, zunehmender Halbmond und eine sternenklare Nacht sind ideal für einen erfolgreichen Sauansitz.
“Vor zehn Uhr laufen sie nicht” lautet der Grundsatz eines alten Saujägers aus dem Oderbruch.

Doch ich will pünktlich sein.
Um 20.40 Uhr fahre ich los. Auf den 7 km zum Revier schafft es das Gebläse des Autos nicht einmal, alle Scheiben von Eisblumen zu befreien.
Ich habe mir eine alte Kanzel nahe des ehemaligen Saugatters aus Staatsjagdzeiten als Ansitz gewählt. Von hier aus kann man eine mehrere Hektar große Wiese einsehen, die in den letzten Tagen mehrfach von Rotten aufgesucht wurde. Überall ist die Schneedecke aufgebrochen und das Erdreich ist sichtbar Die Wiese ist hufeisenförmig und ist vom Bruchwald, dem ehemaligen Saugatter umgeben. Die Öffnung des Hufeisens bildet die Straße zum Schöpfwerk. Dort wo die Schöpfwerkstraße auf die Wiese stößt, stelle ich das Auto ab und überquere die Wiese zur Kanzel.

Alles weist auf einen erfolgreichen Ansitz hin, rund um die Kanzel ist frisch gebrochen, der zunehmende Halbmond wirft zarghafte Schatten der Kanzel auf die Wiese und unterstützt das fahle Licht, das der Schnee hergibt. Fast 2 Stunden tut sich nichts, bis ich das erstemal deutliches Quieken vernehme und kurz darauf auf ca. 150 Meter vor mir etwa 10 Sauen erblicke. Im Zielfernrohr sieht man nur umherhuschende Punkte. Schnell die Waffe wieder in die Ecke der Kanzel, denn schon nach wenigen Minuten sind die Hände außerhalb des Ansitzsacks steif gefroren. “Herankommen lassen” heißt meine Devise. Doch die Rotte wechselt zuerst nach links und dann wieder nach rechts zur Schöpfwerkstraße, aber nicht in meine Richtung.

Gegen Mitternacht verschwindet der Mond hinter dem Bruchwald, die Wiese ist in milchig trübes Licht getaucht. Auch von meinen Sauen sehe und höre ich nichts mehr, scheinbar sind sie entlang der Schöpfwerkstraße Richtung Schöpfwerk gezogen.
Trotz Ansitzsack, in den ich zum Warmhalten der Füße zusätzlich eine Decke gestopft hatte, kriecht die Kälte unaufhörlich in den Körper. Ein Blick auf die Uhr des Handy sagt mir, dass es Zeit ist, nach Hause zu gehen: 1.24 Uhr. Völlig durchgefroren beginne ich, alles zusammenzupacken und trete den Weg zum Auto an.
Dort angekommen ziehe ich gerade den Ansitzsack aus, als ich eindeutig mehrmals ein Quieken vernehme. “Verdammt nochmal, wieso melden die sich erst jetzt!” geht es mir durch den Kopf.
Den Wind brauche ich nicht zu prüfen, beim Blick Richtung Sauen bläst mir der bitterkalte Ostwind ins Gesicht. Ich prüfe die Beschaffenheit der Schöpfwerkstraße. Sie wurde nicht geräumt, aber wagemutige Anwohner nutzen sie trotzdem als Schleichweg zwischen Liepe und Bralitz. 2 tiefe Fahrrinnen haben sich im Schnee ausgefahren, auf denen man völlig geräuschlos pirschen kann.
“Dann also im Nahkampf” flüstere ich, nachdem ich die Chance, an die Sauen heranzukommen für aussichtsreich eingestuft habe und arbeite mich auf der linken Fahrrinne Richtung Rotte vor.
Problemlos komme ich vorwärts, da wird die Saupirsch zum Spaziergang. Im Laufschritt, das Gewehr in der Rechten, mit gebeugten Knien und gebücktem Oberkörper die Hecke links der Straße als Sichtschutz ausnutzend, komme ich mir vor wie ein vorrückender Infanterist.

Nach 150 Metern bietet die Hecke durch eine Lücke Sicht auf die Wiese und ich sehe “mehrere Klumpen” in Schussentfernung vor mir. 10 Meter vor mir 2 Weidezaunpfähle, die in der Spitze mit einem waagerechten Holz verbunden sind. Traumhafte Auflage! Hoffentlich ist dazwischen kein zugewehter Graben. Ich taste mich langsam vor, weniger wegen der Sauen, vielmehr um nicht in einem zugewehten Straßengraben zu versinken und komme problemlos an meine Auflage. Als ich kniend Ziel fasse, habe ich sofort eine Sau im Zielfernrohr. Entsichern, Ziel fassen, stechen nochmal Ziel fassen und - es macht “klick”. Die Kälte hat das Waffenöl im Schloss zu Klebstoff werden lassen. Nochmal einstechen, nochmal Ziel fassen und als der Finger an den Abzug kommt, bricht der Schuss.
Zweimal klagt die Sau und dann Stille. Absolute Stille. Noch nicht einmal das übliche poltern der flüchtenden Rotte kann ich im Pulverschnee hören. Sehen kann ich nichts, die Wiese liegt in ihrem milchig trüben Licht vor mir. Meine Erfahrung sagt mir, dass der Schuss im Leben sitzt, doch ich traue dem Frieden nicht. Ein Blick auf die Uhr, es ist 2.15.
Wieder im Laufschritt zurück zum Auto, Zielfernrohr herunter und auf den Beifahrersitz gelegt, Taschenlampe prüfen und in die Manteltasche, Schweißriemen heraus und Hund anleinen.
Wenige Minuten später arbeite ich mich mit DD Rüde Ajax, diesmal über die verschneite Wiese parallel zur Schöpfwerkstraße, Richtung Sau.
Auf halber Strecke versperrt ein doppelter Elektrozaun den Weg. Beim Übersteigen verheddert sich die Waffe im Draht und Ajax zieht heftig an. Um nicht zu stürzen, muss ich den Schweißriemen los lassen und als ich den Zaun vollständig überstiegen habe, gibt Ajax tiefen Standlaut. Ich eile in die Richtung des Standlauts, da ich immer noch nichts sehen kann. Dann sehe ich Ajax, wie er die Sau umkreist und tief Laut gibt. Mit ihrer letzten Kraft versucht die Sau, den sie umkreisenden Hund zu schlagen, ohne aber nochmal auf die Läufe zu kommen. Ein Entwässerungsgraben versperrt den Weg. Ich muss rechts 30 Meter Richtung Straße, über den Übergang, um zurück zu Ajax und der Sau zu kommen.

Als ich Ajax abrufe, um der Sau den Fangschuss zugeben, bleibt er, auf mich zukommend, nach 3 Metern stehen.

Der Schweißriemen hat sich durch das Umkreisen der Sau unter die Sau geschoben!

Ich gehe auf Ajax zu, ziehe mit aller Kraft an der Schweißleine, bis kein Widerstand mehr spürbar ist, um Ajax aus der misslichen Lage zu befreien. Als ich angebackt den Fangschuss antragen will, sehe ich mich nach Ajax um. Doch der liegt schon links neben mir. Obwohl die Sau keinerlei Leben mehr zeigt, gebe ich ihr sichheitshalber noch den erlösenden Fangschuss.

Als ich alleine die schweißtreibenden Bergung, das Aufbrechen, sowie das Wiegen und das Einlagern in der Kühlkammer hinter mir habe, ist die Kälte im Körper verschwunden und es ist 3.25 Uhr.
Ermattet aber hochzufrieden fahre ich nach 6 Stunden Saujagd bei sibirischer Kälte Heim, wo ich das Erlebte noch einmal vor dem wärmenden Ofen Revue passieren lasse.

waidmannsheil

Euer

stefan

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Okt 04 2009

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Stefan

Entenjagd im Lehrrevier

Abstreichende Enten über dem Finowkanal, dahinter das Niederoderbruch
Photo: Kathreen Mangatter

Am Anfang stand die Idee, mittels einer Entenjagd im Lehrrevier das nicht nur unter Jägern noch weitestgehend unbekannte Niederoderbruch bekannt zu machen, liegt es doch im östlichen Brandenburg und somit weit ab der traditionellen Urlaubsgebiete.
Über das Jagdforum Xing wurde eine Anfrage gestartet, ob Interesse besteht, eine solche Jagd zum Kennenlernen des Lehrreviers abzuhalten und spontan sagten zahlreiche Jäger des Forums zu.

Am 25.9.2009 war es dann soweit. 33 überwiegend junge Jäger, Jägerinnen und Hundeführer trafen bei herrlichem Herbstwetter im Laufe des Nachmittags im Landhof Liepe ein. Damit sich alle Teilnehmer auf die Jagd konzentrieren konnten, war die professionelle Eventphotographin Kathreen Mangatter aus Dresden angereist, um die Entenjagd auf Bildern festzuhalten. Sie stellte dem JagdBlog die hier eingestellten Bilder zur Verfügung.

Nicht wenige hatten mehrere 100 Kilometer Anreise hinter sich, sodass die bereitgestellte Bergische Kaffeetafel zur Stärkung und zum Kennenlernen der Jagdgäste großen Anklang fand.
Erfreulich war es für mich, dass das Durchschnittsalter der Jagdgäste unter 40 Jahren lag und die Idee, vor allem jungen Jägern das Lehrrevier näher zu bringen, schon in diesem Punkt ein echter Erfolg war. Viele Jagdgäste kannten sich nur aus dem Jagdforum und so bestand die Möglichkeit, sich beim Stärken nach der langen Anfahrt und vor der Jagd sich erstmals persönlich gegenüber zu sitzen.

Warten auf die Enten
Photo: Kathreen Mangatter

Nach der Begrüßung durch den Jagdherrn ging es dann in vier Jagdgruppen hinaus ins Niederoderbruch und an die Kanäle. Schon wenige Minuten nach dem Anstellen der Jagdgruppe am Finowkanal stiegen gleich mehrere große Schofe Enten gleichzeitig auf, die jedoch schnell an Höhe gewannen und unerreichbar die anderen Jagdgruppen das Niederoderbruch überflogen.
Die Hoffnung, dass die Sauen durch den Jagdlärm die Bruchwälder verlassen würden, erfüllte sich nicht, obwohl in allen Bruchwäldern, die abgestellt waren, Sauen von den angestelleten Schützen vernommen wurden.
Nach dem Abendstrich trafen dann alle Jagdgäste und Hunde wieder wohlbehalten im Landhof Liepe ein.
Die Jagdhornbläser bliesen dem Forumsmitglied Malte Dörter und seinen zwei Jagdkameraden, die bei einem Brand einer Jagdhütte in Sibirien ums Leben gekommen waren, ein letztes Halali und die Jagdgäste gedachten in einer Schweigeminute der verunglückten Jäger. Nach einigen abschließenden Worten durch den Jagdherrn wurde die Strecke verblasen und bei einem Wildschweingulasch klang der erste Jagdtag aus. Wissend um das frühe Aufstehen am nächsten Morgen endete der erste Jagdtag früh und am nächsten Morgen trafen sich alle Jagdgäste pünktlich um 5.15 Uhr vor dem Hotel zum gemeinsamen Morgenstrich.
Diesmal kam auch das Schützenboot, das am Abend leider auf dem Weg vom Webellinsee an den Oder-Havel-Kanal aufgehalten worden war, zum Einsatz.

Als ich gegen 6.15 Uhr im Niederoderbruch Richtung Osten schaute, um den Sonnenaufgang zu beobachten, zeigte sich das Niederoderbruch von seiner allerbesten Seite:
Während es im Osten langsam heller wurde und noch einige Sterne am Himmel funkelten, lag vor mir ein Schilfgürtel, dahinter noch im Morgendunst die “Honeckerkanzel”, ein Relikt aus der Zeit, als das Oderbruch noch Staatsjagdgebiet war. Weiter Richtung Osten ragte der Kirchturm von Bralitz aus dem dichten Nebel in den Morgenhimmel und die ersten Kraniche zogen aus ihren Schlafplätzen im Norden laut trompetend ins Oderbruch.
Jägerherz, was willst Du mehr!

Sonnenaufgang im Niederoderbruch
Photo: Kathreen Mangatter

Als gegen 9.00 Uhr Schützen , Hundeführer und Hunde wieder wohlbehalten am Landhof eintrafen, fehlten noch einige Hundeführer und die Bootsbesatzung. Der Einsatz des Schützenbootes hatte sich als unabdingbar herausgestellt, da viele Enten erst durch den Bootseinsatz zum Aufsteigen zu bewegen waren. Hätte das Boot auch am Abend zur Verfügung gestanden, wäre die Strecke sicherlich größer gewesen.
Im Laufe des Jägerfrühstücks trafen dann auch die Bootschützen und Hundeführer , die einige Enten nachsuchen mussten, ein und bei herrlichem sonnigem Herbstwetter fand dann die Abschlussbesprechung im Gutshof des Landgutes statt.
Mit 11 Enten und einer Taube fiel die Strecke in Anbetracht der vorgekommenen Enten dürftig aus. Dies ist aber auf das Vorkommen der Enten an nur einigen wenigen Ständen zurückzuführen, sowie auf eine noch zu verbessernde Tarnung der angestellten Schützen. Auch der erfolgreiche Einsatz des Bootes am Morgen zeigte, dass der Einsatz von Booten entscheidend für den Jagderfolg ist.

Nach der Abschlussbesprechung lud Familie Lipps alle Jagdgäste noch zu einem kleinen Empfang auf das Lieper Vorwerk ein, was von vielen Jagdgästen, die es nicht eilig hatten, angenommen wurde.
Hier konnten sich die Jagdgäste ein Bild von der hügeligen Endmoränenlandschaft machen, die an das Niederoderbruch angrenzt, und doch so anders ist. Bei einem herrlichen Blick über das Niederoderbruch genossen die Jagdgäste den sonnigen Herbsttag und müde, aber zufrieden traten gegen 15.00 Uhr die letzten Gäste die Heimreise an.

Fazit:
Für mich war es ein großer Erfolg, so vielen jungen Jägern die einmalige Landschaft des Niederoderbruchs näher zu bringen. Zudem haben die ausnahmslos sehr disziplinierten, überwiegend jungen Jäger bewiesen, dass es möglich ist, eine Jagd zu organisieren, ohne die Teilnehmer persönlich zu kennen.
Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass von den Anstellern das disziplinierte Verhalten der Jagdgäste explizit gelobt wurde und kein einziger Jagdgast Anlass zur Klage gab.
Besonders hat es mich gefreut, dass ich viele Verbesserungsvorschläge erhalten habe und sich spontan einige Gäste bereit erklärten, mich beim nächsten Mal bei der Vorbereitung aktiv zu unterstützen.
Auch Familie Lipps war angetan von den vielen jungen und disziplinierten Jägern.
Meine Idee, die Entenjagd als feste Veranstaltung im Niederoderbruch zu etablieren, wurde sofort begrüßt und ich kann schon jetzt sagen:
“Wir freuen uns jetzt schon auf die Entenjagd 2010″

waidmannsheil

Euer

stefan

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Jun 22 2009

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Stefan

Seminarblock:Bockjagd zur Rehbrunft

Die Rehbrunft ist für den Rehwildjäger  zweifelsfrei der Höhepunkt im Jahr.

Das Nierderoderbruch mit seinen ausgedehnten Schilfdickungen und Wiesenflächen ist ein geradezu ideales Revier, um die Blattzeit zu erleben. Das übersichtliche, aber ruhige Rehwildrevier im Niederoderbruch verspricht spannende und ereignisreiche Bockjagderlebnisse.

Von Montag, 20.7.2009 bis Sonntag, 9.8.2009 wird im Rahmen der Intervalljagd die Bockjagd anläßlich der Blattzeit im Lehrrevier ausgeübt.

Weitere Informationen zu dem Konzept des Seminarangebots sind hier zu finden.

Sollten Jungjäger an einem Gruppenseminar (bis 4 Personen) Interesse haben, können wir eine preiswerte Pauschalbuchung anbieten.

Zu weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an:

Stefan Fügner
Am Bahnhof 3, 16259 Falkenberg (Mark)
Tel. 033458/64247 oder 0178/6141856

jagdblog@gmail.com
Auch eine vorhergehende Revierbesichtigung ist möglich.

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Apr 27 2009

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Morgenimpressionen aus dem Lehrrevier

Abgelegt unter Allgemein, Lehrrevier

Längst ist das Nieder-Oder-Bruch aus dem Winterschlaf erwacht. Der 1.Mai - und somit der Beginn der Bockjagd - steht unmittelbar vor der Türe. Man muss bereits früh aufstehen, um den Sonnenaufgang zu erleben. Bei schönem Wetter wird jedoch selbst der Langschläfer trotz dieser für ihn ungnädigen Zeit mit wunderbaren Eindrücken entschädigt.

Morgenrot
Wenn der Morgen erwacht, steigt im Osten ein dunkles Rot auf.

Morgenrot über dem Oder-Havel-Kanal
Wildschwäne fliegen mit lautem Krachen auf dem Oder-Havel-Kanal ein oder steigen auf.

Sonnenaufgang
Langsam erscheint die Sonne am Horizont.

SonnenaufgangII
Die ersten Rehe haben wir schon entdeckt: Vier standen direkt am Dorfrand von Liepe; wenige hundert Meter weiter im Revier angekommen, entdecken wir erst einen, dann den zweiten Bock.

Morgenimpression
Das Auto abgestellt, liegt das Revier nun in vollkommener Ruhe vor uns.

Ajax betrachtet indigniert den gebrochenen Holmen der Leiter
Als wir an der angestrebten offenen Kanzel ankommen, müssen wir feststellen, dass die Leiter ganz entschieden renovierungsbedürftig ist. Ajax betrachtet indigniert den gebrochenen Holmen. Diverse Revierarbeiten müssen noch erledigt werden.

Erster Bock an der Honecker-Kanzel
Aber keine hundert Meter weiter ragt vor uns die so genannte Honecker-Kanzel auf. Die Gerüchte besagen, dass Honecker auf dieser gesessen haben soll. Bekannt ist auch, dass dieser begeisterter Jäger war. Da allerdings hier in fast jedem Revier eine “Honecker-” oder “Mielke-Kanzel” steht, ist es wohl näherliegend anzunehmen, dass diese Bezeichnung eher eine Kanzelbauart beschreibt: Besonders hoch, besonders komfortabel, mit Balkönchen ….. . Kaum ist Ajax abgelegt und sitzen wir, kommt ein Bock von Westen auf die Kanzel zu. Er scheint uns weder gesehen, noch gehört zu haben, wie sich das gehört.

Nun zwei Ricken und ein stattlicher Bock
Als zwei beschlagene Ricken in Begleitung eines stattlichen Bockes auftauchen, sucht unser erster Bock das Weite

Nun zwei Ricken und ein stattlicher Bock II
Auch diese drei entdecken uns nicht. Nach kurzer Zeit beginnen die Ricken zu äsen, vom Bock ist nur noch das Haupt zu sehen.

Im Westen Niederfinow
Da wir ohne Waffe unterwegs sind und beide Böcke für die Bockjagd ab 1. Mai zu stattlich sind, bleibt Zeit, sich umzusehen. Nach Westen haben wir Aussicht auf das von der Sonne beschienene Niederfinow ….

Im Osten Bralitz
…. in Richtung Ost-Süd-Ost entdecken wir den Kirchturm von Bralitz.

Ajax pinst
Auch der Hund hat Witterung von unseren drei Rehen bekommen und pinst. Mit seiner Standruhe ist es noch nicht wirklich weit her und es muss noch kräftig geübt werden. Am 1. Mai wird er wohl oder übel im Auto bleiben müssen. Zum Glück haben sich die Rehe nicht beunruhigen lassen. Als wir nach einer Stunde vom Hochsitz herabsteigen, schaut uns Ajax mit erwartungsfrohem Blick leise vorwurfsvoll entgegen.

Schilfgürtel wird umrundet
Nachdem wir auf dem Rückweg noch einmal kurz den Schilfgürtel umrundet haben - hier haben sich in der vergangenen Nacht eindeutig Sauen getummelt -, …..

Schwan auf Graben
können wir nun zum Abschluss noch einen Schwan beobachten, der einer Fregatte gleich den Bachlauf entlangsegelt.

Pekingenten in Sanssouci
Diese hübschen Tierchen sieht man im Nieder-Oder-Bruch eher seltener und um so häufiger im Schlosspark Sanssouci

Ajax in Sanssouci auf Pekingentenjagd
Und Ajax darf im Revier auch das nicht so einfach machen. In Sanssouci war das Pekingentenpaar nicht eben begeistert von der auf sie veranstalteten Jagd und flogen empört auf.

Ajax hinterm Steuer
Dafür darf sich Ajax, nachdem er das Fahrradfahren auch schon gelernt hat, ab und an am Autosteuer probieren.

Es war ein durch und durch gelungener Morgen und das frühe Aufstehen hat sich in jedem Falle gelohnt.

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Apr 08 2009

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Der erste Lehrprinz

Abgelegt unter Lehrprinzen, Lehrrevier

Stefan Fügner ist der erste Vorsitzende des Jagdvereins Lehrprinz e.V., Ideengeber und Initiator der Jungjägerseminare.

Der erste Lehrprinz im eigentlichen Sinne ist jedoch der Beständer des gemeinschaftlichen Jagdbezirks Liepe, Dr. Wolfgang Lipps.
Denn er stellt den Jagdbogen Liepe II für die Jungjägerseminare und die Jungjäger- und Hundeausbildung zur Verfügung und wird die Jungjägerseminare aktiv begleiten.

Der Beständer
Der Beständer Dr. Wolfgang Lipps (Foto Dr. W. Lipps)

Dr. Lipps, der im nahen Berlin Rechtsanwalt ist, ist Autor des Kommentars zum Brandenburgischen Landesjagdgesetz (Verlag Neumann-Neudamm) und zahlreicher jagdlicher und jagdrechtlicher Fachartikel. Er war lange Jahre Dozent für Jagdrecht an der Forsthochschule in Eberswalde. Für seine Revierführung wurde ihm die Hegemedaille des Landesjagdverbandes Brandenburg verliehen.

Dr. Lipps mit zwei Deutsch Drahthaar
Dr. Lipps führt den Deutsch-Drahthaar-Rüden Ares (Foto Dr. W. Lipps)

Herr Dr. Lipps wird Jungjäger vor allem im nördlichen Revierteil führen. Dort besteht die Gelegenheit, das Ansprechen von Rotwild und anderer Wildarten zu üben.

Im nördlichen Teil liegt auch das Lieper Vorwerk. Auf diesem ist eine professionell Wildkammer ausgerüstet worden. Dr. Lipps ist als Lebensmittelunternehmer bei der Kreisveterinärbehörde in Eberswalde als Wildbret vermarktender Betrieb gelistet. In dieser Wildkammer werden die Seminarteilnehmer mit Unterstützung Herrn Dr. Lipps’ und seiner Partner in die waid- und hygienegerechte Versorgung des Wildbrets eingewiesen werden.

Auf dem Landhof Liepe betreibt Dr. Lipps mit Jagdfreunden zudem ein Laser-Schießkino. In diesem besteht insbesondere die Möglichkeit, mit der freien Pistole und der Flinte zu trainieren. Die Räumlichkeit eignet sich aber auch für Lehrveranstaltungen und die Aufführung von Lehrfilmen.

Hier oder im Lieper Vorwerk wird Herr Dr. Lipps an den Wochenenden in gemütlicher Runde Lehrveranstaltungen für den Jagdverein Lehrprinz e.V. abhalten:

- Waffenrecht in der Praxis, insbesondere Besitzen, Überlassen, Führen und Transportieren sowie Aufbewahren von Waffen und Munition;
- Wildbrethygiene und Hygienerecht sowie Recht der Wildvermarktung;
- Vorbereitung, Organisation und Durchführung von Gesellschaftsjagden;
- Ordnungsgemäße Abschussplanung
u.a.m.

Wir danken Herrn Dr. Lipps auch auf diesem Wege herzlich für diese weitreichende Unterstützung.

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Mrz 28 2009

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Ein Lehrrevier in der Schorfheide

Gesucht und gefunden! Dem Jagdverein steht pünktlich zum neuen Jagdjahr ein Lehrrevier zur Verfügung.
Am südlichen Rand der Schorfheide im Niederoderbruch sind wir kaum 10 km von Falkenberg entfernt fündig geworden.
Es lässt sich zweifellos darüber streiten, ob und welche Portion Glück oder Schicksal unsere Suche nach einem Lehrrevier begleitete und kaum mehr als einen Steinwurf von Falkenberg entfernt zum Erfolg führte.

Falkenberg liegt schon am Südrand der Schorfheide in den Oderbruch eingebettet. Von den einzigartigen Wildvorkommen war auch schon berichtet worden. Fährt man nun am Rande der Oder-Niederung entlang, am historischen Schiffshebewerk in Niederfinow vorbei und folgt man weiter der Bruchkante gen Osten, erreicht man nach den Grenzhäusern Chorin den Ort Liepe.
Hier treffen Oder-Havel-Kanal und Finowkanal aufeinander. Die oberhalb durchs Dorf verlaufende Straße bildet die Grenze zwischen zwei Landschaften, wie sie kaum gegensätzlicher sein könnten. Oberhalb Liepes steigen die Hänge in eng bestandene Wälder der Schorfheide an. Unterhalb, nach Süden hin öffnet sich jenseits des Kanals die unendliche Weite der Niederung von Oder und Finow.

Die Schorfheide mit Hochwäldern und Erlenbrüchen, in denen Kraniche nisten, ist bekannt für seine Wildbestände und Jagdhistorie, wenn sie nicht für letztere berühmt berüchtigt ist. Hier gingen die preußischen Kurfürsten und Könige und auch der letzte deutsche Kaiser zur Jagd. Hier richtete der Reichsjägermeister Hermann Göring ein feudales Jagdrefugium ein und hier befriedigten auch die Größen der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands SED in DDR-Zeiten ihr Bedürfnis nach feudaler Grossherrlichkeit.
Auch wenn ein starker Hirsch sich kaum in die Oder-Niederung begeben wird, ist die Oder-Niederung jagdlich nicht minder interessant. Denn hier tummeln sich Rehe und Sauen, die in Wiesen, Weiden und Schilfgürteln zahlreicher natürlicher und von Menschenhand angelegter Wasserläufe optimale Lebensbedingungen finden.
In Liepe befinden wir uns unmittelbar auf der Grenze dieser beiden Gebiete, von denen jedes auf seine Art in Vegetation und Artenvielfalt einzigartig ist. Und in Liepe stehen wir inmitten des neuen Lehrreviers für den Lehrprinz e.V.:
Rot- und Damwild sowie Sauen in der Schorfheide, aber vor allem Reh und Schwein im Niederoderbruch.

Wir haben für den Lehrprinz ein Lehrrevier gefunden, das gerade seiner Zweiteilung wegen optimal ist.

Das Lehrrevier des Jagdvereins Lehrprinz e.V. in Liepe

Schiffshebewerk
Foto Dr. W. Lipps: In Sichtweite: Das Schiffshebewerk in Niederfinow

Das Lehrrevier umfasst den gemeinschaftlichen Jagdbezirk des Dorfes 16248 Liepe. Es liegt auf der Grenze zwischen der Schorfheide und der Uckermark im Niederoderbruch. Das ist etwa 10 km südlich von Chorin, direkt an der Oder und am Oder-Havel-Schifffahrtskanal. Das Dorf und die Straße von Eberswalde nach Oderberg teilen das rund 881 ha große Revier in zwei unterschiedliche Jagdbögen, Liepe I und Liepe II.

Kolbenhirsche im Mai
Foto Dr. W. Lipps, Kolbenhirsche im Mai

Die durchschnittliche Jahresstrecke beträgt rund 30 Stück Rehwild, über 40 Sauen und, im Rahmen eines Gruppenabschussplanes mit benachbarten Revieren, bis zu 4 Stück Rotwild. Auch Raubwild - u. a.Fuchs, Dachs, Marderhund, Waschbär - ist reichlich vorhanden. Besonders ergiebig ist die Jagd auf Enten……

Eine ausführliche Beschreibung ist oben ständig unter Lehrrevier zu finden.

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