Archiv für die Kategorie 'Lehrrevier'

Dez 31 2011

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Seminar: Jagdbetriebslehre einmal anders

Seminarausschreibung Jagdbetriebslehre

Problemstellung:

Begehungsscheininhaber und Revierpächter – Zwei Welten prallen aufeinander

Kaum ein Thema berührt die Jäger an Stammtischen und in Internetforen so sehr, wie die Kosten eines entgeltlichen Begehungsscheins. Doch auch der unentgeltliche Begehungsschein wird mit zahlreichen Leistungen, wie zu erbringende Revierarbeiten und der Wildbretübernahme geschmückt, sodass schnell erkennbar wird, dass es keine kostenlosen Jagdmöglichkeiten gibt.

Doch was ist eine Jagdmöglichkeit ob gegen Hegebeitrag oder gegen Mithilfe wert?

Und wie ermittelt man den Wert eines Begehungsscheins?


Lösungsansatz:

Jagdbetriebslehre einmal anders

Sucht man unter dem Begriff der Jagdbetriebslehre in der Fachliteratur, so liest man viel über die Organisation von Jagdveranstaltungen und es gibt Anleitungen zum Bau von Reviereinrichtungen.

Doch welche Kosten fallen neben der Pacht und dem Wildschaden im Laufe eines Jahres an?

Welche Kosten ergeben sich aus den in den letzten Jahren geänderten Verpflichtungen aus Tierschutz (Hundeführer) und Hygiene (Bau und Unterhaltung einer Wildkammer) ?

Was kostet nicht nur der Bau, sondern auch die Pflege der Reviereinrichtungen unter Zugrundelegung der Unfallverhütungsvorschriften?

Das Institut für Jagd Umwelt und Naturschutz (Juni) und der Jagdverein Lehrprinz e.V. haben über mehrere Jahre alle Kosten der Revierbewirtschaftung zusammengetragen und in die Kostenstellen

Revierfahrzeug

Jagdleitung

Bau von Reviereinrichtungen

Pflege bestehender Reviereinrichtungen

Jagdhof

Wildbergung und – versorgung einschl. Kühlkammer

Wildvermarktung

gegliedert.

Die genauen Daten wurden im Forschungs- und Lehrrevier Liepe/Brandenburg gewonnen, dass mit einer Fläche von fast 1.000 ha und 100 Stück erlegtem Schalenwild professionell bewirtschaftet wird.

Das Revier hat sowohl zahlende Jagdgäste, als auch Jäger, die sich durch Mithilfe im Revier ihre Jagdmöglichkeit erarbeiten. Durch eine Erfassung der Arbeitsstunden und der Kosten der gewerblich tätigen Unternehmer, die Reviereinrichtungsarbeiten erbringen, konnten in den letzten Jahren sehr genaue Kenntnisse erworben werden, mit welchen Kosten ein Jagdpächter rechnen muss, um ein Jagdrevier so zu führen, dass er den Anforderungen des Tierschutzes, der Hygiene und der Unfallverhütung voll gerecht wird.


Vorteile für Jagdgast und Revierpächter:

Darstellung der Kosten schafft Vertrauen auf beiden Seiten

Erst durch die Ermittlung der Jagdbetriebskosten und die Unterteilung in Kostenstellen konnte ermittelt werden, welchen Beitrag der Jagdgast in Form eines Geldbetrages oder in Form von Arbeitsstunden zu erbringen hat, um das Revier in einem dauerhaft ordnungsgemäßen Zustand zu halten. Der Jagdgast hat die Möglichkeit, in einem professionell betreuten Revier die Jagd auszuüben. Dabei ist es gleichgültig, ob er dafür bezahlt oder Arbeitsstunden erbringt.

Seminarinhalt

Professionelles Jagdmanagement im Lehr- und Forschungsrevier Liepe

1 Tag: Begrüßung der Seminarteilnehmer

Am Freitag findet die Begrüßung der Seminarteilnehmer im Jagdkeller des Rosencafe statt. Bei einem zünftigen Jagdessen in lockerer Atmosphäre können sich die Seminarteilnehmer über das bevorstehende Seminar bei den Seminarleitern Dr. Wolfgang Lipps (Jagdpächter) und Stefan Fügner (Jagdleiter) über das Lehr- und Forschungsrevier informieren.

Die Verköstigung über die Dauer des Seminars übernimmt der Verein „Besser leben auf dem Lande Lieper Vorwerk e.V.

2. Tag: Vorstellung „Was ist professionelles Jagdmanagement?“

Vormittags referiert Dr. Wolfgang Lipps über die Entwicklung des Lehr- und Forschungsreviers und gibt einen Rückblick auf 20 Jahre Pächterschaft. Er zeigt auf, welche Gründe (Hygienerecht, Tierschutzrecht, Naturschutzrecht, Sicherheit im Jagdablauf) dafür sprachen, das Revier einer professionellen Bewirtschaftung zu unterwerfen.

Des weiteren zeigt er auf, wie wichtig die Erstellung von Abschussplänen ist, um eine Jagd zu bewirtschaften.

Nachmittags gibt Jagdleiter Stefan Fügner Einblick in die Kostenstruktur des 970 ha großen Lehr- und Forschungsrevier. Die Kosten sind so gegliedert, dass sie sich an der Reviergröße und an den Abschussplänen bzw. Streckenergebnissen orientieren und somit auch auf andere Reviere übertragbar sind.

Danach zeigt er auf, wie bedeutsam eine professionelle Jagdleitung für die Sicherheit der Jagd bei einem hohen Anteil an Gastjägern ist. Insbesondere wird die Bedeutung des Jagdleiters bei Nichtanwesenheit des Jagdpächters als dessen Stellvertreter aufgezeigt, um für die Einhaltung der rechtlichen Bestimmungen bei der Ausübung der Jagd zu sorgen.

3. Tag: Revierbesichtigung des Lehr- und Forschungsreviers Liepe

Mit den reviereigenen Geländewagen findet nach einem ausgiebigen Frühstück eine Revierbesichtigung unter Leitung der beiden Referenten statt. Hierbei besichtigen die Seminarteilnehmer nicht nur einen Teil der 55 Reviereinrichtungen. Auch die reviereigene Kühlkammer und der Jagdhof mit der dazugehörigen Hochsitzwerkstatt werden gezeigt.

Das Seminar klingt mit einem gemeinschaftlichen Mittagessen im Rosencafe aus, bei dem noch weitere Fragen zum Lehrrevier und den gewonnenen Eindrücken beantwortet werden.


Die Referenten:

Seit Jahrzehnten Erfahrungen in der Revierbewirtschaftung

Rechtsanwalt Dr. Wolfgang Lipps ist als anerkannter Jagd­rechtler (Autor von: „Jagdrecht in Brandenburg“ im Verlag Neumann-Neudamm, langjähriger Dozent für Jagdrecht an der HNE Hochschule für nachhaltige Entwicklung – früher Forsthochschule – in Eberswalde, Mitglied im „Deutschen Jagdrechtstag“) und seit fast 20 Jahren Pächter des gemeinschaftlichen Jagdreviers Liepe. Er wurde für seine Verdienste um die Jagd mit der brandenburgischen Hegemedaille ausgezeichnet.

Stefan Fügner ist seit 2 Jahren Jagdleiter im Lehr- und Forschungsrevier. Seit seinem 16. Lebensjahr ist er Jäger in der 2. Generation. Vor seiner hauptberuflichen Tätigkeit als Berufsjäger war er über 10 Jahre als freier Revisor und Controller in der Industrie tätig. Die aus dieser Zeit gewonnenen Kenntnisse führten dazu, auch für die Jagd ein kostenorientiertes Management zu entwickeln.


Seminartermine:

1.Seminar:

Anreise Freitag, 17.2.2012 bis Sonntag, 19.2.2012

2. Seminar:

Anreise Freitag, 16.3.2012 bis Sonntag, 18.2.2012

Kosten des Seminars:

In den Seminarkosten ist die Unterbringung und Verköstigung über die Dauer des Seminars enthalten.

Seminarteilnehmer, die frühzeitig am Freitag anreisen, können an einer Ansitzjagd teilnehmen. Ebenso ist die Teilnahme an einer Ansitzjagd am Sonntag nach dem Mittagessen möglich.

Seminarkosten pauschal 770,00 Euro

Wir würden uns freuen, Sie in unserem Lehr- und Forschungsrevier in Liepe begrüßen zu dürfen.

Rechtsanwalt Dr. Wolfgang Lipps, Geschäftsführer des Instituts für Jagd, Umwelt und Naturschutz

Revierleiter Stefan Fügner, 1. Vorsitzender des Jagdverein Lehrprinz e.V.


Weitere Informationen zum Seminarablauf erhalten Sie bei Stefan Fügner Mobil 0178 614 18 56 oder unter seiner Festnetznummer 033458 64247

Buchungen richten Sie bitte an:

Institut für Jagd Umwelt und Naturschutz

Herrn Dr. Wolfgang Lipps

Neue Parsteiner Str.3 (Lieper Vorwerk)

16248 Liepe/Brandenburg

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Okt 18 2010

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Der Schleicher: Ein 80kg-Keiler


Am Folgetag: DD Ajax und BGS Dana bewachen Alex’ starken Keiler (Foto: C. Wilms)

Es ist schon ein paar Monaten her, seit ich durch das erste Berliner Jäger-Stammtischwochenende im Oderbruch in das Revier Liepe gekommen bin. Darauf aufbauend ergab es sich in einigen Gesprächen mit Stefan und dem Revierpächter Dr. Lipps, daß für mich und einen Jagdfreund eine attraktive Jagdmöglichkeit im Revier Liepe heraussprang. Hatten wir doch per 31.03. unsere bisherige Jagdmöglichkeit am Stadtrand von Berlin durch einen Pächterwechsel verloren.
Nach den ersten Ansitzen stellte sich schnell heraus, daß das Revier im Oderbruch eine mir bisher unbekannte Artenvielfalt in einer überaus reizvollen Landschaft bot.
Nach vielen anfänglich glücklosen, aber dennoch schönen Ansitzabenden hatten wir beschlossen, den Septembermond auszunutzen, um endlich auch einmal Beute zu machen.

Gesagt – getan, wir fuhren am Dienstag und Mittwoch dieser Woche jeweils nach Feierabend ins Revier um dann jeweils gegen 19.30 anzusitzen. Mein Ziel sollte in den beiden Tagen die „Seegebuchte“ werden. Die Kanzel liegt in einer hügeligen Endmoränenlandschaft am Rande des angrenzenden Forstes. Man hat einen weiten Blick über die umliegenden Felder. Direkt zu den Füßen der Kanzel befindet sich ein kleiner Tümpel. Eigentlich handelt es sich eher um eine riesige Pfütze, die durch die Beseitigung ehemals vorhandener Entwässerungsgräben entstanden ist. Diese Senke gliedert sich wie ein Spiegelei in zwei Zonen. Der innen liegende, mit dichtem Schilf bewachsene Teich wird umgeben von einem etwas flacheren, aber immer noch hüfthohen grünen Randbereich mit einigen weinigen Hecken. Zum Rand der Senke wird der Bewuchs etwas flacher und geht dann nach einer abschließenden Kante aus Brombeeren in die angrenzenden Felder über.

Am Dienstag hörte ich schon kurz nach dem Aufbaumen, wie eine einzelne Sau im Schilf langsam erwachte und unter dem Geräusch der brechenden Stengel einige Kreise im Schilf zog. Nebel hatte sich breit gemacht, und so konnte ich nur hören, wie die Sau aus dem Schilf austrat und durch das hohe Gras bis in meinen Windschatten schlich. Dort wurde er still, blies einmal kurz und verließ mit einem tiefen Grunzen die Bühne. Die Stimmlage und das trotz meiner Witterung recht gemächliche wegziehen ließ mich auf einen älteren und erfahrenen Keiler schließen. Er wußte vermutlich, daß er im dichten Nebel nichts zu befürchten hatte. Nach einer halben Stunde verließ eine weitere einzelne Sau auf dem gleichen Weg ebenfalls das Schilf. Diese hatte vermutlich auf der anderen Seite des Teiches den Tag verbracht und entschloß sich nach einiger Zeit im Schilf dazu, auch auf die Reise für diese Nacht aufzubrechen.

Am Mittwoch zur gleichen Zeit war ich wieder auf dem Weg zur Seegebuchte. Ich stellte das Auto rund hundertfünfzig Meter weiter am Feldrand ab pirschte mich langsam Richtung Kanzel. Leider stand der schwach säuselnde Wind nicht gut und ich hörte, wie eine einzelne Sau aus dem Randbereich der Senke wieder in das Schilf zog. Das mußte er gewesen sein. Sehen konnte ich ihn nicht, da man nur von oben aus der Kanzel in die Senke einsehen kann. Gut, leise weiter auf die Kanzel und dort erst einmal eingerichtet. Diesmal zog kein Nebel auf und ich hatte gute Sicht. Der „Schleicher“ hatte sich nicht groß durch meine Anwesenheit verunsichern lassen. Er zog weiterhin gut hörbar im Schilf hin und her. Irgendwann machte er sich wieder auf den gleichen Weg an der Kanzel vorbei aus dem Staub. Diesmal schlich er sich aber am für mich nicht einsehbaren Rand der Senke direkt unter dem Sitz vorbei und war verschwunden. Ich sah ihn auf der anderen Seite auch nicht mehr auftauchen. Er hatte also einen Geheimausgang. Die Sache fing an mir zu gefallen. Ich habe schon oft beobachten können, wie einzelne Keiler einen festen Tagesablauf haben. Sie gehen oft die gleichen Wege, zu immer denselben Zeiten, so daß man beinahe die Uhr nach Ihnen stellen kann. Der „Schleicher“ schien ein Vertreter dieser Art zu sein.

Im Verlaufe des Abends hatte ich dann auf jeweils große Entfernungen noch drei weitere Rotten vor und einen Rotspießer, der gemütlich einmal im Kreis um die Senke zog.

Da die Ansitze vom Dienstag und Mittwoch mir noch in den Knochen steckten, war ich nicht sicher, ob wir den Donnerstag auch noch einmal ins Revier fahren sollten. Immerhin waren wir nach der guten Stunde Rückfahrt in den vergangenen Tagen sehr spät ins Bett gekommen und der Wecker klingelte erbarmungslos um sechs Uhr in der Früh. Ich besprach mich mit meinem Jagdfreund und wir stellten fest, daß Der Donnerstag wohl vorerst die letzte Möglichkeit wäre, den Septembermond mitzunehmen. Ab Freitag war schlechteres Wetter angekündigt und der abnehmende Mond spielte uns auch entgegen.

So packten wir, getrieben von den Ereignissen der letzten beiden Tage die Sachen und fuhren gestern noch einmal in den Oderbruch. Wir trafen Stefan in Liepe und beratschlagten die Taktik für den Abend. Für mich gab es nur ein Ziel. Das War die Seegebuchte. Mich zog es zu meinem neu gewonnenen Freund. Die Jagd auf diese Einzelgänger ist für mich die schönste und interessanteste Art auf Sauen zu waidwerken.

Stefan fuhr mich zur Kanzel und ich baumte auf. Nach kurzer Zeit des Einrichtens glaste ich die Umgebung ab und erspähte auf dem frisch gemähten Luzernenacker einen Fuchs. Die Entfernung paßte und so nahm ich meine neue Howa 1500, die seit den zwei Wochen in meinem Besitz nur auf dem Stand zum Einsatz gekommen war und legte an. Das Absehen suchte den Weg auf den Fuchs und als dieses auf seinem Latz zum stehen kam……………..NEIN! ich war aus einem anderen Grund hier. Ich wußte, daß mein Freund noch unten im Schilf schlief und die .30-06 blieb im Lauf.

Gut so! Kurze Zeit später brachen die ersten Schilfstengel und ich wußte „Er“ war wach. Er zog wie gewohnt seine kleinen Kreise im Schilf, sondierte die Lage und holte sich Wind aus allen Richtungen. Diesmal aber stand der Wind nur für mich günstig. Die Minuten vergingen. Immer wieder machte er kurze Pausen, dann brachen wieder Schilfstengel, dann wieder Minuten der Stille. Schließlich hörte ich wie er aus dem Schilf schon in das hohe Gras gewechselt hatte. Er schlich durch das Gras und ich konnte kurz seinen Rücken und das Haupt sehen. Er zog langsam und sehr gemütlich Stück für Stück an der Kanzel vorbei und ich mußte mir etwas überlegen. Auf der Seite, zu der her zog hatte die Kanzel kein Fenster sondern nur die Tür. Diese bot aber eine schlechte Auflage. Ein Glück, daß die Seegebuchte als eine der Luxuskanzeln im Revier mit einem Balkon ausgestattet ist. Ich Griff die Waffe, öffnete leise die Tür und trat auf den Vorbau hinaus. Fernglas hoch und siehe da, er stand unter einem kleine Bäumchen nur noch wenige Meter vom Übergang der Senke zu den Feldern. Das Gras unter dem Bäumchen war niedrig, so daß ich ihn gut sehen konnte. Das Gewehr schnell am Leiterholm angestrichen und warten bis er sich passend stellt. Er tat mir den gefallen und stellte sich unter dem kleinen Bäumchen breit. Langsam erhöhte ich den Druck auf den Abzug und im Knall brach der „Schleicher“ zusammen. Ich repetierte und blieb noch einige Zeit auf der Sau. Eine Nachsuche im dichten Schilf wo er zuhause war, wollte ich nicht riskieren. Aber er schlägelte nur noch kurz und dann war Stille. Es war wieder diese ganz besondere Stille, die ich in den vergangenen Monaten so vermißt hatte. Ich saß noch einige Minuten draußen auf dem Balkon der Kanzel und dachte über das Geschehene nach. Es war wieder alles so friedlich. Ich rief Stefan an und erzählte ihm, daß ich eine Sau geschossen habe, die liegt und er könne mich, wenn bei Ihm nichts mehr los ist abholen kommen. Es war erst 20.30 Uhr als ich Stefans Geländewagen über den Luzernenacker kommen sah. Ich packte meine Sachen und baumte ab. Wir gingen vom Feldrand durch die Brombeeren zu dem kleinen Bäumchen und da lag meine Sau. Daß einen Bergung alleine hier kaum möglich war hatte ich schon geahnt. Wir zogen die Beute zu zweit an die Feldkante und ich brach die Sau schnell auf. Schnell eingeladen und auf dem Weg zur Wildkammer auf dem Lieper Vorwerk funkte ich noch schnell meinen Jagdfreund an, daß er nachkommen sollte. Auf dem Vorwerk mußte die Sau erst mal an die Waage. Wir stellten 80 Kilo fest und nach dem ersten Schnaps wanderte das Schweinchen in die Kühlung. Meine Jagdfreund war inzwischen auch schon angekommen und nach einem letzten Bierchen (ich war ja am Vortag gefahren und hatte für den Rückweg nach Berlin eine Chauffeur) machten wir uns auf die Rückreise.

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Aug 05 2010

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Zur sommerlichen Saujagd in Liepe


Hochsommer im Oderbruch: Familie Adebar (Foto: J. Lehmann)

Wir suchen und suchen, aber es bleibt dabei: das einzige Zeitfenster für ein verlängertes Jagdwochenende ist Anfang Juli statt Anfang August und so wird aus der geplanten Blattjagd eine Saujagd. “Kein Problem”, meint Stefan, „wir haben viele Überläufer im Roggen und im Hafer”. Außerdem, ein paar Kilo Wildschwein küchenfertig eingeschweißt und eingefroren wären für den geplanten Verkauf über das Internet oder in Berlin auch nicht so schlecht.

Zunächst aber machen wir uns Freitag früh nach einem ordentlichen Frühstück an die Arbeit. Mit einem Porsche Trecker aus Dr. Lipps Sammlung machen wir uns auf, um gefälltes Stangenholz aufzuladen und zum Vorwerk zu transportieren. Stefan will daraus neue Hochsitze bauen und eventuell auch verkaufen.


“Auf gehts!” (Foto: J. Lehmann)


Der Trecker wird gestartet (Foto: J. Lehmann)


Fahrerwechsel (Foto: J. Lehmann)


Schwer beladen geht es durch den Wald (Foto: J. Lehmann)


….. und abladen. (Foto: J. Lehmann)


Aber auch für Beobachtungen, ….. (Foto: J. Lehmann)


…..Fachsimpeleien und Jägerlatein ist Zeit. (Foto: J. Lehmann)


Ein DD auf Abwegen? (Foto: J. Lehmann)

Abends gehen wir dann auf Ansitz. Noch auf dem Weg zur Kanzel erspähe ich zahlreiche Ricken mit ihren Kitzen und etliche Jungfüchse. Auch die Sauen sind gut zu hören, ein Gegrunze wie im Schweinestall, keine 50m entfernt. Nur zu sehen bekomme ich sie nicht, zu dicht ist das Unterholz und das Gras.

Pit hat mehr Jagdglück: In der Dämmerung läuft ein einzelner Überläuferkeiler direkt auf seine Ansitzleiter zu und er kommt zum Schuss. Wir bergen das Stück und brechen es am Lieper Vorwerk auf.


Eine Ricke in der Morgendämmerung (Foto: J. Lehmann)

Morgens gehen wir in den Oderbruch, leider nur mit mäßigem Erfolg. Wir haben zwar alle Anblick, aber Sauen oder Rehböcke lassen sich nicht blicken. Tagsüber besichtigen Pit und ich das Kloster Chorin aus dem 13. Jahrhundert. Die alten, gepflasterten Waldwege auf denen unser Trecker gestern entlang geholpert ist, wurde von den Choriner Mönchen angelegt.


Kloster Chorin (Foto: J. Lehmann)

Am Abend suchen wir uns einige Kanzeln rund um eine Suhle am Haferfeld. Die milchreifen Haferkörner sollten die Sauen anziehen, so unsere Spekulation. Pit hat Pech: zwei Kanzeln werden mittlerweile von Wespen bewohnt und so muss er mehrmals umziehen. Ricken, Kitze und Füchse sehen wir wieder reichlich, auch einen weit entfernten Rehbock, nur die Sauen, die sehen wir erst auf dem Rückweg. Keine 50m vor uns lungern sie im Hafer herum und sind genauso überrascht von uns wie wir von ihnen. Pits erste Kanzel wäre ideal gewesen, aber wer will schon neben einem Wespennest ansitzen?

Am Sonntag früh ziehen wir ohne Stefan los. Ich setze mich auf die Ansitzleiter, wo Pit seinen Keiler erlegt hat. Noch während ich mein Sitzpolster zurechtrücke läuft eine einzelne Sau den Weg hoch und biegt in den Roggen ab, der dort allerdings nur kniehoch ist. In meinem Kopf läuft die Checkliste durch: einzelnes Stück, keine Frischlinge, also keine führende Bache, vermutlich ein mittlerweile aus der Rotte vertriebener Überläuferkeiler, steht breit, Roggen nicht zu hoch. Ich habe noch maximal drei Sekunden bevor die Sau im hohen Roggen verschwindet. Nicht zu weit vorne denke ich noch und trage den Schuss an. Noch bevor ich nach repetieren kann ist der Überläufer im hohen Roggen verschwunden. 20m konnte ich seinen Rücken zwischen den Halmen noch erspähen, dann sehe und höre ich nichts mehr.

Zweifel kommen hoch, habe ich gefehlt? Geht das auf 90m überhaupt? Oder einfach nur angeschweißt? Mein Telefon vibriert. Ich solle auf keinen Fall runtergehen und nachsuchen, simst Pit, ein angeschweißter Keiler sei sehr gefährlich. Und so funke ich Stefan an, damit wir mit Ajax, seinem Deutsch Drahthaar, nachsuchen.

Noch von der Ansitzleiter weise ich Stefan zum Anschuss ein, dann steige ich ab. An der Anschussstelle zeigt sich hellroter Schweiß. Ich entferne mein Zielfernrohr und entsichere, Stefan geht mit Ajax voran. Die Sicht im Roggen beträgt keine 5m. 60m weiter liegt die Sau im Roggen, wie vermutet, ein sauberer Blattschuss. Gemeinsam schleifen wir den Keiler zum Weg, dort breche ich auf. Auf dem Lieper Vorwerk treffen wir Dr. Lipps und lassen ein herrliches Jagdwochenende mit Kaffee und einem „Horrido” ausklingen.


DD Ajax am erlegten Keiler (Foto: J. Lehmann)


Ein erfolgreiches Wochenende….. (Foto: J. Lehmann)


….. im Sommer …. (Foto: J. Lehmann)


….. auf dem Lieper Vorwerk. (Foto: J. Lehmann)

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Mrz 09 2010

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Ein Wochenende im Lehrrevier

Ich treffe Stefan am Samstag vormittags im Rosencafe in Liepe. Wir trinken eine Tasse Kaffee und schauen auf die Revierkarte.
Wir schmieden einen groben Plan, was man sich angucken möchte, wo man eventuell ansitzen kann. Ohne das alles zu sehr zu konkretisieren, packen wir meinen Kram in Stefans Auto und brechen auf zu einer ersten Revierrundfahrt.

Es geht erst mal in DAS Bruch. Wiesen und Feuchtwiesen mit Pappeln und Weiden, Gräben, Dickungen und Schilfgürteln. Im Hintergrund thront das Schiffshebewerk Niederfinow. Auf dem Finowkanal sitzen diverse exotische Enten. Die Kraniche sind seit ein-zwei Wochen da. Kibitze sehen wir auch. Das Rehwild ist sehr vertraut. Läßt sich von dem Auto kaum stören. Ein Sprung mit 8 Stück steht auf 30 Meter, scheint gut durch den Winter gekommen zu sein. 5 weibliche Stücke und 3 Böcke.

Neben einem Hochsitz befindet sich ein Kessel
Direkt neben einem Hochsitz finden wir einen Kessel (Foto Sebastian)

Ein liebevoll gebauter Kessel
Die Bache hatte hier ein schönes Nest gebaut,…… (Foto Sebastian)

Ein liebevoll gebauter Kessel 2
…. das jetzt im März aber schon wieder verlassen ist. (Foto Sebastian)

Die Wiesen sind nass aber zum Glück noch gefroren. Wir kirren ein wenig und kontrollieren Reviereinrichtungen. Anschliessend fahren wir in den oberen Revierteil. Dort ist alles völlig anders. Eine sanfte Hügellandschaft mit Landwirtschaft, kleinteiligen Wiesen, vielen Hecken und einigen Waldinseln.
Am Nachmittag setzen wir uns dann im unteren Revierteil an.
Angrenzend an ein altes Saugatter in der Hoffnung einen Frischling oder Überläufer erlegen zu können. Ich sehe viel Rehwild und einen Fuchs. Die Sauen lassen sich leider nicht blicken. Wir baumen gegen 19:30 ab, essen köstlich, gehen zeitig zu Bett, um am nächsten Morgen früh aufzustehen.

Bei klirrender Kälte und sternenklarer Nacht treffen wir uns um 5 Uhr zum Morgenansitz wieder. Vielleicht können wir das Schwarzwild auf dem Rückwechsel abpassen. Der Mond steht tief aber zum Glück haben wir noch Halbmond. Damit kann man arbeiten. Ich sitze auf einer herrlichen, alten, nostalgischen Kanzel und habe es irgendwie geschafft, meinen großen Münsterländer da hoch zu hiefen. (Hoch war einfacher als runter.)
Die Sauen höre ich mehrfach hinter mir im Bestand brechen, der Schwarzspecht rumort  auch die ganze Zeit. Im Morgengrauen schnürt dann ein Fuchs parallel zum Graben langsam mäuselnd in meine Richtung. Und dann - anstatt sich meiner Wenigkeit weiter zu nähern- verschwindet er auf 200 Metern in einem Graben und ward nicht mehr gesehen. Mist.

Das Rehwild steht jetzt eigentlich überall. Es gibt keine Wiese, keine Rictung in die ich blicken kann, auf der kein Rehwild steht. Immer wieder streichen große Gruppen von Kranichen ab. Vor mir landen noch einge Graugänse. Immer paarweise. Die Partner bleiben auch immer ganz nah zusammen. Das berührt mich irgendwie.

Am Nachmittag entschliessen wir uns, einige entlegene Nieschen des Reviers, lassen die Hunde arbeiten und stellen einen mobilen Sitz um.

Eine fahrbare Kanzel wird umgesetzt
Dank des Frosts sind die Wiesen passierbar: Kanzel an die Anhängerkupplung…… (Foto Sebastian)

Eine fahrbare Kanzel wird umgesetzt 2
…durch die zugefrohrene Senke…… (Foto Sebastian)

Eine fahrbare Kanzel wird umgesetzt
und auf den auf einem Wall gelegenen Weg herauf. (Foto Sebastian)

Die Wiesen und Gräben und Schilfgürtel sind noch voll mit Wasser. Wir besetzen den ein oder anderen Hochsitz, schauen ob alles in Ordnung ist, kontrollieren die Leitern, Sitzbretter und Auflagen und auf einmal, direkt neben uns in der Dickung, geht lautstark Eis zu Bruch. Kraaaawoommmm. Wir sind sofort jagdlich angefiebert, ich bin schnell am Auto, hole Glas und Waffe …. es kracht weiterhin:
Da ist etwas im Busch - ob wir das hochgemacht haben - was ist das bloß - kraaaaaromms - da kracht schon wieder das Eis.
Wir bleiben bestimmt eine halbe Stunde sitzen, hören immer wieder Eis brechen, können aber zu keinem Zeitpunkt sehen, was da in der Dickung für Bewegung sorgt.
Eine Möglichkeit wäre Kollege Bokert; der Biber fühlt sich im Revier pudelwohl und geht wirklich kräftig zu Werke. Habe selten so einen  fleissigen Baumeister gesehen. Der scheint aber auch etwas an Größenwahn zu leiden. Pappeln und Weiden mit einem Durchmesser von über 80cm weder freudig angenommen und hochprofessionell weiterverarbeitet! Ganz fein entastet, Äste und Zweige zu feinen Haufen gestapelt. Wie so ein kleines Kerlchen das schaft ist mir ein echtes Rätsel.

Glanzleistung des Bibers
Der Biber leistet ganze Arbeit! (Foto Sebastian)

Glanzleistung des Bibers Nr.2
Die bevorstehende Arbeit und der Umfang des Baumes spielen für die Auswahl keine Rolle (Foto Sebastian)

Glanzleistung des Bibers Nr. 3
Nach getaner Arbeit! (Foto Sebastian)

Wir hatten viel Anblick, ich konnte das Revier kennen lernen und komme gerne wieder, um bei Revierarbeiten zu helfen und den Lehrprinz e.V. in sonstigen Bereichen zu unterstützen.

Horrido - Sebastian

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Jan 30 2010

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Claudia

Tief “Keziban”: So gut wie eingeschneit

Abgelegt unter Allgemein, Lehrrevier

Revier im Winter
Seit Wochen ist das Revier tief verschneit. Am 25.1.2010 glitzert alles im Sonnenschein

Im Lehrrevier herrscht seit Jahresanfang der Winter. Bereits das Tief “Daisy” bescherte größere Schneemengen, Schneeverwehungen und kaum passierbare Straßen. Doch mit den Schneefällen, die seit heute Morgen Tief “Keziban” im Gepäck trägt, geht gar nichts mehr: Das Lehrrevier, das Nieder-Oderbruch, die Südhänge der Endmoräne zur Schorfheide sind im Schnee versunken.

Hochsitz im Schnee
Alle Reviereinrichtungen haben weiße Mützen

Die derzeitigen Witterungsverhältnisse scheinen die Klimaprognosen und die Angst vor der globalen Erderwärmung ad absurdum zu führen: Es schneit und schneit und schneit! Als wenn nicht schon seit Wochen 40 cm Schnee lägen. Seit Jahren, schon fast Jahrzehnten, gab es keinen solchen Winter mehr.
Aber solange Straßen passierbar bleiben, erfreut die weiße Pracht mehr, als dass sie stört.

Wintermorgen
Noch ist alles ruhig

Nachdem es allerdings seit heute morgen ununterbrochen schneit und der Sturm des Tief “Keziban” für starke Schneeverwehungen sorgt, beginnt der Winter sich zu behaupten und über menschliche Bedürfnisse hinwegzusetzen. Auf den Kreisstraßen bemüht sich der Winterdienst die Straßen freizuhalten. Gemeindestraßen bleiben so wie sie sind und wenn hier der Sturm für Verwehungen sorgt, geht gar nichts mehr.

Gemeindestrasse im Schnee
Es schneit, die Strassen bleiben ungeräumt

Wir durften es heute erleben: Da hilft kein Geländewagen, kein Schlepper mehr. Durch 1 Meter hohe Schneeverwehungen kommt niemand mehr durch. Das Lieper Vorwerk ist eingeschneit:

In der Schneewehe festgefahren
Dort, wo der Sturm über die Freiflächen bläst, entstehen Scheewehen: Trotz Geländewagen hatten wir uns festgefahren

In der Schneewehe festgefahren
Es ging gar nichts mehr.

Zur Hilfe eilender Schlepper
Der Schlepper eilt zur Hilfe ……..

Festgefahrener Schlepper
….. aber selbst der scheitert: Geländewagen und Schlepper stecken in einer Schneewehe

Freischaufeln
Nun hilft nur noch die Schneeschippe

freigeschaufelter Geländewagen
Nach 2 Std. ist zumindest der Geländewagen wieder fahrbereit!

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Jan 24 2010

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Nachtansitz bei -15 Grad Celsius

Am 23.1.2010 nachmittags zeigt sich das Niederoderbruch von seiner schönste Seite.
30 cm Altschnee, strahlender Sonnenschein lassen die Schneedecke auf den Bruchwiesen glitzern und - ein bitterkalter Ostwind weht über das Land.

Am Nachmittag meldet die Wetterstation in Bernau -15 Grad Celsius. Der Rundfunk prophezeit eine eiskalte Nacht, bei der die Temperaturen in einigen Lagen unter die Marke von -20 Grad Celsius rutschen können.

Mir kommen Bedenken bei dem Gedanken an meinen Nachtansitz. Doch die noch immer vorhandene Schneedecke, zunehmender Halbmond und eine sternenklare Nacht sind ideal für einen erfolgreichen Sauansitz.
“Vor zehn Uhr laufen sie nicht” lautet der Grundsatz eines alten Saujägers aus dem Oderbruch.

Doch ich will pünktlich sein.
Um 20.40 Uhr fahre ich los. Auf den 7 km zum Revier schafft es das Gebläse des Autos nicht einmal, alle Scheiben von Eisblumen zu befreien.
Ich habe mir eine alte Kanzel nahe des ehemaligen Saugatters aus Staatsjagdzeiten als Ansitz gewählt. Von hier aus kann man eine mehrere Hektar große Wiese einsehen, die in den letzten Tagen mehrfach von Rotten aufgesucht wurde. Überall ist die Schneedecke aufgebrochen und das Erdreich ist sichtbar Die Wiese ist hufeisenförmig und ist vom Bruchwald, dem ehemaligen Saugatter umgeben. Die Öffnung des Hufeisens bildet die Straße zum Schöpfwerk. Dort wo die Schöpfwerkstraße auf die Wiese stößt, stelle ich das Auto ab und überquere die Wiese zur Kanzel.

Alles weist auf einen erfolgreichen Ansitz hin, rund um die Kanzel ist frisch gebrochen, der zunehmende Halbmond wirft zarghafte Schatten der Kanzel auf die Wiese und unterstützt das fahle Licht, das der Schnee hergibt. Fast 2 Stunden tut sich nichts, bis ich das erstemal deutliches Quieken vernehme und kurz darauf auf ca. 150 Meter vor mir etwa 10 Sauen erblicke. Im Zielfernrohr sieht man nur umherhuschende Punkte. Schnell die Waffe wieder in die Ecke der Kanzel, denn schon nach wenigen Minuten sind die Hände außerhalb des Ansitzsacks steif gefroren. “Herankommen lassen” heißt meine Devise. Doch die Rotte wechselt zuerst nach links und dann wieder nach rechts zur Schöpfwerkstraße, aber nicht in meine Richtung.

Gegen Mitternacht verschwindet der Mond hinter dem Bruchwald, die Wiese ist in milchig trübes Licht getaucht. Auch von meinen Sauen sehe und höre ich nichts mehr, scheinbar sind sie entlang der Schöpfwerkstraße Richtung Schöpfwerk gezogen.
Trotz Ansitzsack, in den ich zum Warmhalten der Füße zusätzlich eine Decke gestopft hatte, kriecht die Kälte unaufhörlich in den Körper. Ein Blick auf die Uhr des Handy sagt mir, dass es Zeit ist, nach Hause zu gehen: 1.24 Uhr. Völlig durchgefroren beginne ich, alles zusammenzupacken und trete den Weg zum Auto an.
Dort angekommen ziehe ich gerade den Ansitzsack aus, als ich eindeutig mehrmals ein Quieken vernehme. “Verdammt nochmal, wieso melden die sich erst jetzt!” geht es mir durch den Kopf.
Den Wind brauche ich nicht zu prüfen, beim Blick Richtung Sauen bläst mir der bitterkalte Ostwind ins Gesicht. Ich prüfe die Beschaffenheit der Schöpfwerkstraße. Sie wurde nicht geräumt, aber wagemutige Anwohner nutzen sie trotzdem als Schleichweg zwischen Liepe und Bralitz. 2 tiefe Fahrrinnen haben sich im Schnee ausgefahren, auf denen man völlig geräuschlos pirschen kann.
“Dann also im Nahkampf” flüstere ich, nachdem ich die Chance, an die Sauen heranzukommen für aussichtsreich eingestuft habe und arbeite mich auf der linken Fahrrinne Richtung Rotte vor.
Problemlos komme ich vorwärts, da wird die Saupirsch zum Spaziergang. Im Laufschritt, das Gewehr in der Rechten, mit gebeugten Knien und gebücktem Oberkörper die Hecke links der Straße als Sichtschutz ausnutzend, komme ich mir vor wie ein vorrückender Infanterist.

Nach 150 Metern bietet die Hecke durch eine Lücke Sicht auf die Wiese und ich sehe “mehrere Klumpen” in Schussentfernung vor mir. 10 Meter vor mir 2 Weidezaunpfähle, die in der Spitze mit einem waagerechten Holz verbunden sind. Traumhafte Auflage! Hoffentlich ist dazwischen kein zugewehter Graben. Ich taste mich langsam vor, weniger wegen der Sauen, vielmehr um nicht in einem zugewehten Straßengraben zu versinken und komme problemlos an meine Auflage. Als ich kniend Ziel fasse, habe ich sofort eine Sau im Zielfernrohr. Entsichern, Ziel fassen, stechen nochmal Ziel fassen und - es macht “klick”. Die Kälte hat das Waffenöl im Schloss zu Klebstoff werden lassen. Nochmal einstechen, nochmal Ziel fassen und als der Finger an den Abzug kommt, bricht der Schuss.
Zweimal klagt die Sau und dann Stille. Absolute Stille. Noch nicht einmal das übliche poltern der flüchtenden Rotte kann ich im Pulverschnee hören. Sehen kann ich nichts, die Wiese liegt in ihrem milchig trüben Licht vor mir. Meine Erfahrung sagt mir, dass der Schuss im Leben sitzt, doch ich traue dem Frieden nicht. Ein Blick auf die Uhr, es ist 2.15.
Wieder im Laufschritt zurück zum Auto, Zielfernrohr herunter und auf den Beifahrersitz gelegt, Taschenlampe prüfen und in die Manteltasche, Schweißriemen heraus und Hund anleinen.
Wenige Minuten später arbeite ich mich mit DD Rüde Ajax, diesmal über die verschneite Wiese parallel zur Schöpfwerkstraße, Richtung Sau.
Auf halber Strecke versperrt ein doppelter Elektrozaun den Weg. Beim Übersteigen verheddert sich die Waffe im Draht und Ajax zieht heftig an. Um nicht zu stürzen, muss ich den Schweißriemen los lassen und als ich den Zaun vollständig überstiegen habe, gibt Ajax tiefen Standlaut. Ich eile in die Richtung des Standlauts, da ich immer noch nichts sehen kann. Dann sehe ich Ajax, wie er die Sau umkreist und tief Laut gibt. Mit ihrer letzten Kraft versucht die Sau, den sie umkreisenden Hund zu schlagen, ohne aber nochmal auf die Läufe zu kommen. Ein Entwässerungsgraben versperrt den Weg. Ich muss rechts 30 Meter Richtung Straße, über den Übergang, um zurück zu Ajax und der Sau zu kommen.

Als ich Ajax abrufe, um der Sau den Fangschuss zugeben, bleibt er, auf mich zukommend, nach 3 Metern stehen.

Der Schweißriemen hat sich durch das Umkreisen der Sau unter die Sau geschoben!

Ich gehe auf Ajax zu, ziehe mit aller Kraft an der Schweißleine, bis kein Widerstand mehr spürbar ist, um Ajax aus der misslichen Lage zu befreien. Als ich angebackt den Fangschuss antragen will, sehe ich mich nach Ajax um. Doch der liegt schon links neben mir. Obwohl die Sau keinerlei Leben mehr zeigt, gebe ich ihr sichheitshalber noch den erlösenden Fangschuss.

Als ich alleine die schweißtreibenden Bergung, das Aufbrechen, sowie das Wiegen und das Einlagern in der Kühlkammer hinter mir habe, ist die Kälte im Körper verschwunden und es ist 3.25 Uhr.
Ermattet aber hochzufrieden fahre ich nach 6 Stunden Saujagd bei sibirischer Kälte Heim, wo ich das Erlebte noch einmal vor dem wärmenden Ofen Revue passieren lasse.

waidmannsheil

Euer

stefan

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Nov 09 2009

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Wildfleisch aus dem Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin

vorwerklogo

Wir, die Mitgliedsreviere der Hegegemeinschaft Schorfheide-Chorin, Liepe und Niederfinow im Biosphärenreservat Schorfheide Chorin im Naturschutzgebiet Oderbruch, ca. 60 km nordöstlich von Berlin, zwischen Kloster Chorin und Bad Freienwalde, haben uns zusammengeschlossen.
Wir pflegen unseren Wildbestand. Wir achten auf Schonzeiten und jagen nur waidgerecht. Unsere Bejagungskonzepte sind dem Konzept der nachhaltigen Wildbewirtschaftung verpflichtet.

Das heißt, daß wir nur solches Wild erlegen, das zur Pflege des Wildbestandes und zur Schonung und Erhaltung des Naturschutzgebietes unerlässlich  und notwendig ist.
Wir bejagen ein Gebiet von ca. 1700 Hektar.
Unser oberstes Anliegen ist ein Gleichgewicht zwischen Fauna und Flora zu gewährleisten und Beachtung des Naturschutzes.
Der Mensch muß verstehen, daß er nur ein Teil der Natur sein kann und die Erhaltung und Bewahrung der Natur das oberste Ziel ist.
Aus diesem Grund haben wir ein Lehrrevier eingerichtet, in dem wir Jungjäger in diesem Sinne ausbilden.
Der Zuspruch aus der Jägerschaft im dem gesamten Bundesgebiet zeigt uns, daß wir auf dem richtigen Weg sind.

Erstversorgung des erlegten Wildes im Lieper Vorwerk:
Das von uns erlegte Wild wird auf dem Vorwerk in Liepe gesammelt und im Kühlraum gelagert sowie unverzüglich vom Tierarzt auf Befall geprüft.
Erst nach Freigabe wird das Wild von uns portioniert, Vakuum verpackt und anschließend schockgefrostet oder im Kühlraum zum baldigen Verzehr zwischengelagert.

wildkammer
wildkammer
Fotos Dr. W. Lipps: Erlegtes Wild wird in der Wildkammer fachgerecht versorgt

Das Kreisveterinäramt Barnim hat unseren Betrieb im Landkreis Barnim als Vorzeigeeinrichtung ausgewiesen.
Die Wildkammer und der Zerwirkraum erfüllen alle Anforderungen der neuen EU Hygieneverordnung.

Preise für die Jagdsaison 2010/11 gültig bis 1.4.2011:

Rehwild:

Keule oder Schlegel:  19,90 Euro/Kilo

Rücken:  22,60 Euro/Kilo

Schwarzwild:

Keule oder Schlegel:  17,20 Euro/Kilo

Rücken:  20,60 Euro/Kilo

Frischling bis 25 kg: Mit Haupt und ohne Läufe abgeschwartet zum Grillen im Ganzen  3,50 Euro/kg

Wurst und Schinken vom Wildschwein:

Wildschweinsalami: 19,20 Euro/Kilo

Wildschweinleberwurst: mit einem Anteil von 30% Leber  im Glas zu 80 Gramm 1,90 Euro/Glas

Wildschweinschinken: von der Keule 30,70 Euro/Kilo

Wildschweinlachsschinken: vom Rücken 38,90 Euro/Kilo

Die Bratenteile sind vakuuminiert und tiefgefroren. Keulen und Schlegel werden teilentbeint, d.h. nur der Oberschenkelknochen ist noch vorhanden. Dadurch passen die Teile problemlos in jeden Topf oder Bräter.

Die Wildschweinsalami ist in ganzen Würsten mit einem Durchschnittsgewicht von ca.500 - 600 g/ Wurst erhältlich. Es wird immer eine  ganze Sau mit Muskelfleisch zu Salami verarbeitet.

Die Schinken von der Keule und der Lachsschinken vom Rücken sind am Stück mit verschiedenen Gewichten von 300 Gramm bis 1000 Gramm lieferbar. Der Keulenschinken hat nur eine kleine Fettschicht und ist leicht gemasert, der Lachsschinken ist reines Muskelfleisch ohne Fett.

Wir lassen nur unser eigenes Wild verarbeiten. Mit der Verarbeitung unseres Wildes beauftragen wir die

Landmetzgerei Hochschild Hauptstr. 1 in 16259 Bralitz

Wenn Sie Interesse haben an Wild aus dem  Biosphärenreservat Schorfheide Chorin mit der höchsten biologischen Qualitätsstufe, dann rufen Sie uns an.

Zuständig für die Verteilung in Brandenburg und Berlin:

Stefan Fügner (
Leiter Lehrrevier  des Jagdvereins Lehrprinz)
16259  Falkenberg/Mark, Cöthener Str.26
Tel. : 033458 - 642 47
Mobil : 0178   - 614 1856
email: jagdblog@gmail.com

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Okt 04 2009

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Stefan

Entenjagd im Lehrrevier

Abstreichende Enten über dem Finowkanal, dahinter das Niederoderbruch
Photo: Kathreen Mangatter

Am Anfang stand die Idee, mittels einer Entenjagd im Lehrrevier das nicht nur unter Jägern noch weitestgehend unbekannte Niederoderbruch bekannt zu machen, liegt es doch im östlichen Brandenburg und somit weit ab der traditionellen Urlaubsgebiete.
Über das Jagdforum Xing wurde eine Anfrage gestartet, ob Interesse besteht, eine solche Jagd zum Kennenlernen des Lehrreviers abzuhalten und spontan sagten zahlreiche Jäger des Forums zu.

Am 25.9.2009 war es dann soweit. 33 überwiegend junge Jäger, Jägerinnen und Hundeführer trafen bei herrlichem Herbstwetter im Laufe des Nachmittags im Landhof Liepe ein. Damit sich alle Teilnehmer auf die Jagd konzentrieren konnten, war die professionelle Eventphotographin Kathreen Mangatter aus Dresden angereist, um die Entenjagd auf Bildern festzuhalten. Sie stellte dem JagdBlog die hier eingestellten Bilder zur Verfügung.

Nicht wenige hatten mehrere 100 Kilometer Anreise hinter sich, sodass die bereitgestellte Bergische Kaffeetafel zur Stärkung und zum Kennenlernen der Jagdgäste großen Anklang fand.
Erfreulich war es für mich, dass das Durchschnittsalter der Jagdgäste unter 40 Jahren lag und die Idee, vor allem jungen Jägern das Lehrrevier näher zu bringen, schon in diesem Punkt ein echter Erfolg war. Viele Jagdgäste kannten sich nur aus dem Jagdforum und so bestand die Möglichkeit, sich beim Stärken nach der langen Anfahrt und vor der Jagd sich erstmals persönlich gegenüber zu sitzen.

Warten auf die Enten
Photo: Kathreen Mangatter

Nach der Begrüßung durch den Jagdherrn ging es dann in vier Jagdgruppen hinaus ins Niederoderbruch und an die Kanäle. Schon wenige Minuten nach dem Anstellen der Jagdgruppe am Finowkanal stiegen gleich mehrere große Schofe Enten gleichzeitig auf, die jedoch schnell an Höhe gewannen und unerreichbar die anderen Jagdgruppen das Niederoderbruch überflogen.
Die Hoffnung, dass die Sauen durch den Jagdlärm die Bruchwälder verlassen würden, erfüllte sich nicht, obwohl in allen Bruchwäldern, die abgestellt waren, Sauen von den angestelleten Schützen vernommen wurden.
Nach dem Abendstrich trafen dann alle Jagdgäste und Hunde wieder wohlbehalten im Landhof Liepe ein.
Die Jagdhornbläser bliesen dem Forumsmitglied Malte Dörter und seinen zwei Jagdkameraden, die bei einem Brand einer Jagdhütte in Sibirien ums Leben gekommen waren, ein letztes Halali und die Jagdgäste gedachten in einer Schweigeminute der verunglückten Jäger. Nach einigen abschließenden Worten durch den Jagdherrn wurde die Strecke verblasen und bei einem Wildschweingulasch klang der erste Jagdtag aus. Wissend um das frühe Aufstehen am nächsten Morgen endete der erste Jagdtag früh und am nächsten Morgen trafen sich alle Jagdgäste pünktlich um 5.15 Uhr vor dem Hotel zum gemeinsamen Morgenstrich.
Diesmal kam auch das Schützenboot, das am Abend leider auf dem Weg vom Webellinsee an den Oder-Havel-Kanal aufgehalten worden war, zum Einsatz.

Als ich gegen 6.15 Uhr im Niederoderbruch Richtung Osten schaute, um den Sonnenaufgang zu beobachten, zeigte sich das Niederoderbruch von seiner allerbesten Seite:
Während es im Osten langsam heller wurde und noch einige Sterne am Himmel funkelten, lag vor mir ein Schilfgürtel, dahinter noch im Morgendunst die “Honeckerkanzel”, ein Relikt aus der Zeit, als das Oderbruch noch Staatsjagdgebiet war. Weiter Richtung Osten ragte der Kirchturm von Bralitz aus dem dichten Nebel in den Morgenhimmel und die ersten Kraniche zogen aus ihren Schlafplätzen im Norden laut trompetend ins Oderbruch.
Jägerherz, was willst Du mehr!

Sonnenaufgang im Niederoderbruch
Photo: Kathreen Mangatter

Als gegen 9.00 Uhr Schützen , Hundeführer und Hunde wieder wohlbehalten am Landhof eintrafen, fehlten noch einige Hundeführer und die Bootsbesatzung. Der Einsatz des Schützenbootes hatte sich als unabdingbar herausgestellt, da viele Enten erst durch den Bootseinsatz zum Aufsteigen zu bewegen waren. Hätte das Boot auch am Abend zur Verfügung gestanden, wäre die Strecke sicherlich größer gewesen.
Im Laufe des Jägerfrühstücks trafen dann auch die Bootschützen und Hundeführer , die einige Enten nachsuchen mussten, ein und bei herrlichem sonnigem Herbstwetter fand dann die Abschlussbesprechung im Gutshof des Landgutes statt.
Mit 11 Enten und einer Taube fiel die Strecke in Anbetracht der vorgekommenen Enten dürftig aus. Dies ist aber auf das Vorkommen der Enten an nur einigen wenigen Ständen zurückzuführen, sowie auf eine noch zu verbessernde Tarnung der angestellten Schützen. Auch der erfolgreiche Einsatz des Bootes am Morgen zeigte, dass der Einsatz von Booten entscheidend für den Jagderfolg ist.

Nach der Abschlussbesprechung lud Familie Lipps alle Jagdgäste noch zu einem kleinen Empfang auf das Lieper Vorwerk ein, was von vielen Jagdgästen, die es nicht eilig hatten, angenommen wurde.
Hier konnten sich die Jagdgäste ein Bild von der hügeligen Endmoränenlandschaft machen, die an das Niederoderbruch angrenzt, und doch so anders ist. Bei einem herrlichen Blick über das Niederoderbruch genossen die Jagdgäste den sonnigen Herbsttag und müde, aber zufrieden traten gegen 15.00 Uhr die letzten Gäste die Heimreise an.

Fazit:
Für mich war es ein großer Erfolg, so vielen jungen Jägern die einmalige Landschaft des Niederoderbruchs näher zu bringen. Zudem haben die ausnahmslos sehr disziplinierten, überwiegend jungen Jäger bewiesen, dass es möglich ist, eine Jagd zu organisieren, ohne die Teilnehmer persönlich zu kennen.
Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass von den Anstellern das disziplinierte Verhalten der Jagdgäste explizit gelobt wurde und kein einziger Jagdgast Anlass zur Klage gab.
Besonders hat es mich gefreut, dass ich viele Verbesserungsvorschläge erhalten habe und sich spontan einige Gäste bereit erklärten, mich beim nächsten Mal bei der Vorbereitung aktiv zu unterstützen.
Auch Familie Lipps war angetan von den vielen jungen und disziplinierten Jägern.
Meine Idee, die Entenjagd als feste Veranstaltung im Niederoderbruch zu etablieren, wurde sofort begrüßt und ich kann schon jetzt sagen:
“Wir freuen uns jetzt schon auf die Entenjagd 2010″

waidmannsheil

Euer

stefan

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Jun 22 2009

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Stefan

Seminarblock:Bockjagd zur Rehbrunft

Die Rehbrunft ist für den Rehwildjäger  zweifelsfrei der Höhepunkt im Jahr.

Das Nierderoderbruch mit seinen ausgedehnten Schilfdickungen und Wiesenflächen ist ein geradezu ideales Revier, um die Blattzeit zu erleben. Das übersichtliche, aber ruhige Rehwildrevier im Niederoderbruch verspricht spannende und ereignisreiche Bockjagderlebnisse.

Von Montag, 20.7.2009 bis Sonntag, 9.8.2009 wird im Rahmen der Intervalljagd die Bockjagd anläßlich der Blattzeit im Lehrrevier ausgeübt.

Weitere Informationen zu dem Konzept des Seminarangebots sind hier zu finden.

Sollten Jungjäger an einem Gruppenseminar (bis 4 Personen) Interesse haben, können wir eine preiswerte Pauschalbuchung anbieten.

Zu weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an:

Stefan Fügner
Am Bahnhof 3, 16259 Falkenberg (Mark)
Tel. 033458/64247 oder 0178/6141856

jagdblog@gmail.com
Auch eine vorhergehende Revierbesichtigung ist möglich.

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Jun 09 2009

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Stefan

Jagdhundeseminar für Nichtjäger und Erstlingsführer von Jagdhunden

Das Problem:

Viele Hundehalter führen Jagdhunde, ohne selbst Jäger zu sein. Auch zeigen viele Hunde, ohne als Jagdhundrasse erkennbar zu sein, einen starken Jagdtrieb. Jagdhunde und Jagdhundemischlinge sind von ihrer Herkunft Hochleistungshunde und benötigen deshalb eine dementsprechende Ausbildung und Beschäftigung.

Mit der Ausbildung solcher Hunde sind viele herkömmliche Hundeschulen nicht vertraut, ist doch die Jagdhundeausbildung mit der Ausbildung in der Hundeschule nicht vergleichbar. Viele Jagdhunde sind zudem in Hundeschulen nicht ausgelastet.

Hundeführer:
Das Seminar wendet sich an Nichtjäger, die Probleme bei der Erziehung ihres Jagdhundes oder Jagdhundmischlings haben und eine spezielle Hilfe beim Umgang und der Ausbildung eines Jagdhundes wünschen, sowie Jungjäger, die erstmalig einen Jagdhund führen und im aktiven Jagdbetrieb einsetzen wollen.

Das Seminar soll dem Seminarteilnehmer Hilfestellungen geben, später mit dem Hund selbst zu arbeiten. Im Seminar verliert der Hundeführer die Angst, bei der Ausbildung etwas falsch zu machen und erlernt die Kniffe und Tricks, die zur Erlernung des “Handwerks Jagdhundeausbildung” notwendig sind.

Der Seminarteilnehmer lernt, dass Konsequenz nichts mit Schmerz und Strafe zu tun hat, sondern absolut notwendig ist, um aus dem noch unerzogenen  Jagdhund einen führigen und vor allem verlässlichen Begleiter und Partner  zu machen.

Seminardauer: 1 Tag

Seminarablauf:

Vormittags:

Im ersten Teil des Seminars wird dem Hundeführer gezeigt, wie der Grundgehorsam bei einem Jagdhund eingearbeitet wird. Es wird erklärt, was der Jagdhundeausbilder unter dem Begriff  “Stubendressur” und “Durcharbeiten” versteht und warum der absolute Gehorsam für alle weiteren Übungen unumgänglich ist.

Durch den Wechsel von Phasen des Arbeitens und des Ruhens wird gezeigt, wie der Hund schnell beginnnt, sich völlig auf den Führer zu konzentrieren. Es wird gezeigt, welche Mittel man einsetzt, um den Hund zur Ruhe zu bringen, damit er sich auf das Arbeiten mit dem Hundeführer konzentriert.

Insbesondere das korrekte Einarbeiten des “Fußgehens”, die Leinenführigkeit, das Aufbauen des Dauerkontaktes zum Führer und das Ablegen des Hundes auf Distanz als Einstieg in weitere Arbeitsgebiete des Hundes werden gezeigt.  Hunde reagieren sehr unterschiedlich, wenn die Ablenkung gesteigert wird. Wieviele Schritte von der Stubendressur (ohne Ablenkung)  bis zum Gehorsam in Streßsituation (starke Ablenkung) notwendig sind, wird aufgezeigt.

nachmittags:

Am Nachmittag wird der richtige Umgang mit Feldleine (Schleppleine), Dummy und Apportierbock, sowie die Arbeit mit der Reizangel vorgestellt. Noch immer wird der Umgang mit den obigen Hilfsmitteln oft unsachgemäß und für die Erziehung des Hundes daher schädlich angewandt, was spätere Korrekturen notwendig macht.

Teilnehmer: 1 Person mit Begleitung

Die Erfahrung hat gezeigt, dass ein solches Seminar nur als Einzelseminar sinnvoll ist.  Die notwendigen Kniffe und Tricks beizubringen, die zudem auf jeden Hund individuell abgestimmt werden müssen, machen eine individuelle Betreuung einer Einzelperson mit dem eigenen Hund notwendig.

Ort des Seminars:

Das Seminar findet im Lehrrevier des Jagdvereins Lehrprinz e.V. in 16248 Liepe/Brandenburg statt. Das Lehrrevier befindet sich ca. 60 km nordöstlich von Berlin und ist über die A 11 Abfahrt Finowfurt/ Eberswalde zu erreichen.

Unterbringung:

Für von weither Anreisende bieten wir den Seminarurlaub mit dem Jagdhund” an.  Für Seminarteilnehmer aus dem Raum Berlin ist das Lehrrevier in ca. 1 1/2 Stunden von Berlin zu erreichen.

Preis:

140,00 Euro

Veranstalter:

Jagdverein Lehrprinz e.V.  Lehrrevier Brandenburg

Am Bahnhof 3    16259  Falkenberg/Mark

Tel.:033458/ 64247  Mobil 0178/6141856

email: jagdblog@gmail.com

Seminarleitung:

Stefan Fügner

Anmeldung:

Zur Anmeldung zwecks Terminabspache wenden Sie sich bitte an obige Vereinsadresse.

Berichte von Seminarteilnehmern und Nichtjägern mit Jagdhunden:

Weimaraner in Nichtjägerhänden -eine Gradwanderung

Gehorsam am Wild- Melf´s langer Weg zum führigen Begleithund

Konzentrationsübung als Einstieg in die Arbeit am Gehorsam

Erfolg nach 10 Monaten mühsamer Ausbildungsarbeit

Mein Tag beim Jagdhundausbilder

Zwangsapport mal anders

Literatur:

Homepage der Buchatorin Sabine Middelhaufe:”“Jagdhund ohne Jagdschein”


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