Aug 23 2010

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Jungjägerseminar “Blattjagd” in Liepe

Abgelegt 11:21 unter Allgemein, Seminarberichte


Das Ergebnis eines erfolgreichen Wochenendes: strahlende Jungjäger mit ihren Rehböcken (Foto: Dr. W. Lipps)

Wie macht man als Jungjäger die ersten Schritte, vor allem ohne jagdliche Kontakte oder Zugang zu einem Revier?

Die Frage stellen sich wohl viele Jungjäger nach Bestehen der Jägerprüfung. Der Jagdschein ist gelöst, mit dem Kauf einer geeigneten Waffe wurde bereits geliebäugelt, aber eine Jagdmöglichkeit ist noch nicht in Sicht. Dies trifft vor allem für Jungjäger zu, die sich nicht schon im jugendlichen Alter für die Jagd begeistern oder keine Jäger in der Familie und im Bekanntenkreis haben.

Ohne Erfahrung kann es sehr schwierig sein, einen Begehungsschein oder eine Jagdeinladung zu ergattern. Daher finden sich sowohl im Internet als auch in den einschlägigen Jagdzeitschriften die immer gleichen Tipps. Diese reichen von freiwilliger Übernahme von Arbeiten im Revier, Übernahme der Raubwildbejagung (sogar die Spezialisierung auf Krähenjagd wird empfohlen) bis hin zur Empfehlung, sich einen gut ausgebildeten Jagdhund zuzulegen oder das Jagdhornblasen zu erlernen, um so die Chance auf eine Teilnahme bei Gesellschaftsjagden zu erhöhen.

Dies sind sicher alles gut gemeinte Vorschläge, aber nicht jeder will oder kann diesen Weg gehen. Wie soll man sich ohne Revierzugang zum Spezialisten machen oder einen Hund ausbilden?

Wir wollten einen anderen Weg gehen. Mit einem erfahrenen Profi die ersten Schritte zu machen, war unser Ziel, um die Themen Waffe und Ausrüstung näher zu beleuchten und auf den Prüfstand zu stellen.

Wir sind vier Jungjäger, die zusammen im Mai 2010 die Jägerprüfung absolviert haben und direkt im Anschluss beschlossen, „mal zusammen zu jagen”.

Gesagt, getan!

Nach Internetrecherche stießen wir auf den „Lehrprinzen”. Nach ein paar Telefonaten mit Stefan Fügner wurden sofort zwei Jagd-Wochenenden gebucht und wir konnten noch einen weiteren Jungjäger als Teilnehmer dazu gewinnen. Zu fünft sollten wir also unseren ersten Jagden beginnen.

Die Vorbereitung erwies sich als unkompliziert. Die Zimmerreservierung und Auswahl erfolgte durch den „Lehrprinz eV”, Waffen und  Ferngläser konnten geliehen werden. Gerade letzteres erwies sich als hilfreich, da so keine hektischen Spontankäufe bei diesem wichtigen Thema getätigt werden mussten. Auch die Beköstigung für das gesamte Wochenende war organisiert. Da unser Team beruflich sehr eingespannt ist, trug dieses „Rundum-Sorglos-Paket” bereits im Vorfeld dazu bei, das Wochenende entspannt anzugehen. Das vorhandene „Angebot” wurde schnell und unkompliziert auf unsere terminlichen Erfordernisse angepasst. Eigentlich ist es geplant, das Seminar in einer kompletten Woche durchzuführen.

Das Rahmenprogramm war hervorragend organisiert und begann am Donnerstag mit einem Kaffeetrinken auf dem Lieper Vorwerk mit dem Jagdleiter Stefan Fügner und dem Pächterehepaar Dr. Wolfgang und Astrid Lipps. Nach Klärung der Formalitäten erfolgte die Einweisung in das Revier. Danach wurden die zur Verfügung gestellten Waffen vorgestellt und es fand ein Probeschießen statt.

Nach einem gemeinsamen Abendessen bei hervorragendem Wetter auf der Terrasse des Lieper Vorwerks ging es zum ersten Ansitz.

Abendessen auf dem Liepervorwerk
Abendessen auf dem Lieper Vorwerk (Foto: Dr. W. Lipps)

Schon bei diesem ersten Ansitz wurde der Wildreichtum in diesem Jagdrevier deutlich.  Ob ansitzen in den Oderwiesen oder am Waldrand Ricken, Kitze, Hasen, Füchse und natürlich Böcke konnten immer erblickt werden. Wir waren verteilt auf verschiedene Ansitze des umfangreichen Reviers und jeder hatte Anblick. Mehrere hätten sogar Gelegenheit gehabt, doch die Aufregung war noch zu groß ob der Vielfalt, die sich bot.

Die Jagdgöttin Diana war uns hold und bereits am Abend des zweiten Jagdtages konnten drei Böcke zur Strecke gebracht werden. Bock vier komplettierte unser Jagdglück am folgenden Tag und wurde ebenso konsequent „totgetrunken” wie die ersten Abschüsse.


Die Strecke des Wochenendes hängt nun in der Kühlkammer (Foto: M. Rickmann)

Morgen-, Mittag- und Abendansitz hatten sich also gelohnt und auch in puncto Zerwirken wurden unsere Kenntnisse erweitert. Wir wechselten Ansitzstandorte, -kanzeln und -leitern und hin und wieder auch das Wetter. Von schwül und warm bis Regen war alles dabei. Nach jedem Ansitz gab es etwas Neues zu berichten.

Doch nicht nur das Jagen war ein voller Erfolg, auch die Verpflegung sucht ihres Gleichen. Perfektes Frühstück, vorzügliches Mittag- und Abendessen sowie ein leckeres „Nachtmahl” in Form eines Süppchens hielten Leib und Seele der Jagdgesellschaft zusammen.

Die vier Jagdtage auf dem Lieper Vorwerk waren für uns ein voller Erfolg und ein unvergessliches Erlebnis. Wir freuen uns schon jetzt auf die Fortsetzung im November, wenn die Saujagd ruft.

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